Transferzeugnis: Frankfurt landet nur einen Volltreffer

Zahlreiche Veränderungen gaben dem Kader von Eintracht Frankfurt im vergangenen Transferfenster ein neues Gesicht. Nur ein Neuzugang konnte den Ansprüchen der SGE aber bisher gerecht werden. FT stellt den Hessen ein erstes Zeugnis aus.

Hauge, Lammers und Borré sind neu in Frankfurt
Hauge, Lammers und Borré sind neu in Frankfurt ©Maxppp

Jesper Lindström (Brøndby IF/7 Mio.)

Der Däne konnte die Hoffnungen der Eintracht sowie die Ablöse von sieben Millionen Euro noch nicht rechtfertigen. Lindström muss vor allem im physischen Bereich und der Zweikampfführung mächtig zulegen, um sich dauerhaft in der Bundesliga etablieren zu können. Acht Einsätze in der Liga, hinzu kommen jeweils ein Auftritt in der Europa-League sowie dem DFB-Pokal. die mageren Zahlen des Offensivakteurs: Kein Treffer und ein Assist. Zwar stellt diese Ausbeute selbstverständlich kein positives Zwischenresultat dar, dennoch sollte man einem jungen Spieler, der zum ersten Mal im Ausland spielt, genügend Zeit zur Akklimatisierung geben. Zumindest bei der Niederlage gegen Borussia Dortmund (2:5) ließ der Rechtsfuß sein unbestrittenes Potenzial mehrfach aufblitzen. Note: 4

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Jens Grahl (VfB Stuttgart/250 Tsd.)

Kleines Geld, viel Erfahrung, keine Probleme – so lässt sich die Verpflichtung von Grahl wohl am besten beschreiben. Der Platz von Kevin Trapp zwischen den Pfosten ist nahezu unantastbar. Für den Platz hinter dem deutschen Nationalspieler holte die SGE im Sommer gleich zwei neue Torhüter ins Boot. Grahl kam vom VfB Stuttgart an den Main und akzeptierte rasch die Position als Nummer drei. Einen Pflichtspieleinsatz hat der Keeper inzwischen seit über fünf Jahren nicht mehr vorzuweisen, in dieser Spielzeit wartet er außerdem noch auf die erste Kadernominierung. Ohne Bewertung

Diant Ramaj (1. FC Heidenheim/100 Tsd.)

Der zweite neue Torwart im Bunde heißt Ramaj und spielte in der vergangenen Saison bei Zweitligist 1. FC Heidenheim. Dort wurde der junge Schlussmann regelmäßig in der U19 eingesetzt und hat folglich noch keinen Profieinsatz auf seinem Konto stehen. Im Schatten von Trapp soll der 20-Jährige nun reifen und an höhere Aufgaben herangeführt werden. In allen bisherigen Partien der Eintracht saß der Keeper als Ersatzmann auf der Bank. Ohne Bewertung

Christopher Lenz (1. FC Union Berlin/ablösefrei)

Als einziger nomineller Linksverteidiger im Kader kämpfte sich der 26-Jährige nach seiner Ankunft in Frankfurt sofort in die Startformation. Souverän spulte Lenz während seiner ersten Einsätze sein Pensum ab, ohne sich dabei einen groben Schnitzer zu leisten. Allerdings konnte der Linksfuß dem Spiel der Hessen gerade in der Offensive kaum helfen. Derzeit fällt der ehemalige Berliner aufgrund muskulärer Probleme aus. Ob Lenz nach seiner Rückkehr eine echte Verstärkung sein wird, muss sich zeigen. Note: 4

Fabio Blanco (FC Valencia/ablösefrei)

Mit hohen Erwartungen wechselte der 17-Jährige im Sommer an den Main, diese erfüllten sich für den Spanier bis zum jetzigen Zeitpunkt aber überhaupt nicht. Unter SGE-Coach Oliver Glasner schaffte Blanco noch kein einziges Mal den Sprung in den Kader der Profimannschaft. Spielpraxis sammelt das Sturmtalent momentan in der U19 der Frankfurter, wo der Rechtsfuß in sieben Einsätzen immerhin zwei Torerfolge feierte. Zuletzt wurden vermehrt Gerüchte laut, denen zufolge Blanco den Verein schon im Winter wieder verlassen möchte, sollte sich die ernüchternde Situation bis dahin nicht ändern. Note: 5

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Rafael Borré (CA River Plate/ablösefrei)

Nach dem Abgang von Top-Stürmer André Silva, der sich RB Leipzig anschloss, wurde die Eintracht auf der Suche nach Ersatz in Argentinien fündig. Dem höheren Tempo der Bundesliga hielt Borré mit körperlicher Härte und Mentalität stand, trotzdem fiel der Kolumbianer dem schwachen Saisonstart der Hessen zum Opfer. Lediglich zwei Treffer erzielte der Angreifer, der bislang nur einmal nicht von Beginn an spielte, in allen drei Wettbewerben zusammengerechnet. Kommt das Offensivspiel der Frankfurt ins Rollen, dürfen sich die Fans vom 26-Jährigen in Zukunft noch einiges erhoffen. Note: 3

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Jens Petter Hauge (AC Mailand/Leihe)

Immerhin zwei Treffer erzielte Jens Petter Hauge bereits, was den Norweger gemeinsam mit Filip Kostić zum Top-Torjäger der Hessen in der Bundesliga macht. Dennoch konnte der 22-Jährige die in ihn gesteckten Erwartung längst noch nicht erfüllen. Die fehlende Spielpraxis aus Mailänder Zeiten wirken sich negativ auf die Leistungen aus, mit dem hohen Tempo in Deutschland hat der Offensivspieler regelmäßig Probleme. Hinzu kommt, dass Coach Oliver Glasner weiterhin die optimale Position für den Rechtsfuß sucht. Sowohl im Zentrum als auch auf den Außenbahnen hinterließ Hauge bislang keinen bleibenden Eindruck. Note: 4,5

Kristijan Jakic (Dinamo Zagreb/Leihe)

Der Gewinner unter den Sommertransfers der SGE ist zweifelsohne der Neuzugang aus Zagreb. Ohne Anlaufschwierigkeiten entwickelte sich Jakic zur Stammkraft im defensiven Mittelfeld der Frankfurter. Der 24-Jährige ist ein echter Kämpfer, der sich für nichts zu schade ist und sich dementsprechend als perfekter Ersatz für den verletzten Sebastian Rode herauskristallisierte. Die starken Leistungen des Rechtsfußes im Verein blieben auch vom kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic nicht unbemerkt. Anfang Oktober debütierte Jakic beim Erfolg des Vizeweltmeisters von 2018 auf Zypern (3:0). Note: 2

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Sam Lammers (Atalanta Bergamo/Leihe)

Dass die Silvas Fußstapfen nicht auf Anhieb auszufüllen sind, dürfte alle Anhängern der SGE vor der Saison klar gewesen sein. Um den Verlust des Portugiesen, der den Hessen in den vergangenen Spielzeit 28 Tore bescherte, ansatzweise abzufangen, wurde neben Borré auch Lammers von Atalanta Bergamo ausgeliehen. Im zweiten Bundesligaspiel in Wolfsburg (1:1) bejubelte der Niederländer seinen ersten Treffer, dann traf er beim Europa League-Auftakt gegen Galatasaray (1:1) sehenswert. Bei allen anderen Einsätzen tauchte der 1,91-Mann jedoch ab. In vorderster Reihe fehlt dem 24-Jährige noch spürbar die Bindung zur Spielidee von Oliver Glasner. Note: 4,5

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