Talente-Ausverkauf: Verliert der BVB seinen Markenkern?

von Remo Schatz
2 min.
Paris Brunner auf der Ersatzbank des BVB @Maxppp

Hendry Blank und Julian Rijkhoff ließ Borussia Dortmund im Winter ziehen, die Zukunft von Paris Brunner und Charles Herrmann ist offen. Beim BVB geht es um nichts weniger als den Markenkern.

Borussia Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren in ganz Europa einen ausgezeichneten Ruf als Talentschmiede erarbeitet. Zum einen können am Rheinlanddamm Talente im Endstadium wie Jude Bellingham (20) oder Erling Haaland (23) den letzten Superstar-Schliff erhalten. Zum anderen spuckt die Jugendabteilung des BVB regelmäßig neue Toptalente aus.

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Entsprechend groß war im vergangenen Sommer die Freude und der Stolz, dass die deutsche U17 auch durch die BVB-Flügelzange Paris Brunner und Charles Herrmann in Indonesien den Weltmeister-Titel gewinnen konnte. Ob dem Weltmeister-Duo aber auch die schwarz-gelbe Zukunft gehört, ist offener denn je.

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Aktuell ist es in Dortmund kein Automatismus mehr, dass die großen Klubtalente den direkten Weg zu den Profis nehmen. Im Winter wurde Hendry Blank (19) zu Geld gemacht, obwohl er nur wenige Tage zuvor sein Bundesliga-Debüt feiern konnte. Julian Rijkhoff (19) wurde zudem an Ajax Amsterdam abgegeben. Ähnliches könnte auch bei Brunner und Herrmann blühen.

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Brunner fordert mehr Geld

In den Vertragsverhandlungen mit Brunner kommen die Parteien aktuell nicht zusammen. Das Standard-Einstiegsgehalt von 500.000 Euro ist dem Brunner-Lager zu wenig. Stattdessen soll Vater Norbert mit anderen Klubs verhandeln, sogar der FC Bayern wird bereits als Interessent genannt.

Inwieweit sich die Dortmunder bei Brunner finanziell ins Zeug legen werden, ist derweil offen. Fiel der 17-jährige Angreifer doch regelmäßig – unter anderem auch im Wintertrainingslager der Profis – mit Undiszipliniertheiten auf.

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Herrmann ist ablösefrei

Bei Herrmann sorgt die Vertragssituation für zusätzliche Brisanz. Anders als Brunner, dessen Vertrag in eineinhalb Jahren ausläuft, ist dessen U17-Nationalmannschaftskollege nur noch bis zum Sommer vertraglich gebunden.

Herrmann sollen Anfragen aus England, Spanien und der Bundesliga vorliegen. Als konkreter Bewerber wird Brighton & Hove Albion genannt. Erster Ansprechpartner bleibt zwar der BVB – erste Vertragsgespräche sollen bereits stattgefunden haben – der Knackpunkt ist aber die Perspektive.

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Herrmann will Profi werden

Der Youngster will im kommenden Jahr in einem Profiteam spielen. Ob die Dortmunder dies aufgrund der riesigen Konkurrenz in der Offensive glaubhaft versichern können, ist fraglich.

Der BVB spielt aktuell mit dem Feuer. Auch wenn Brunner immer mal wieder aneckt, das Talent ist unbestritten. Und einem 17-Jährigen sollte man den ein oder anderen Fehltritt verzeihen. Herrmann feierte vor rund drei Wochen seinen 18. Geburtstag. Dass er sich nach dieser Spielzeit in einem Profiteam beweisen will, ist mehr als nachvollziehbar.

Sorgen um den Markenkern

Für die Schwarz-Gelben geht es um nichts weniger als den Markenkern, die Durchlässigkeit von der Jugend bis hin zu den Profis. Bei Blank und Rijkhoff ist dies schon offenkundig gescheitert. Der BVB muss aufpassen, dass mit Brunner und Herrmann nicht die nächsten Präzedenzfälle folgen.

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