Zehn Gegentore in zwei Spielen: Die Gründe für die wackelige RB-Defensive

Die vergangenen beiden Partien gegen den FC Bayern (1:4) und Manchester City (3:6) liefen für RB Leipzig nicht gut. Defensive Schwächen führten zu zehn Gegentoren.

Nordi Mukiele liegt fassungslos am Boden
Nordi Mukiele liegt fassungslos am Boden ©Maxppp

In der vergangenen Saison bot RB Leipzig die stärkste Defensive der Liga auf. Lediglich 32 Mal musste Torhüter Peter Gulácsi (31) den Ball in Bundesligaspielen aus dem eigenen Netz holen. Einer von vielen Gründen, aus denen die Sachsen am Ende die Vizemeisterschaft feiern durften.

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Die Abgänge von Dayot Upamecano (22), der für 42 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte und Ibrahima Konaté, der den Leipzigern 40 Millionen vom FC Liverpool in die Kassen spülte, schmerzen sehr und wurden bis dato noch nicht adäquat kompensiert.

Von Stabilität kann derzeit keine Rede sein. Im Topspiel der Bundesliga ging Leipzig im eigenen Stadion mit 1:4 gegen den FC Bayern baden. Am gestrigen Mittwochabend holte man sich eine 3:6-Klatsche bei Manchester City in der Champions League ab.

Neuzugänge brauchen Zeit

Die hochkarätigen Abgänge sollen Mohamed Simakan (21) und Josko Gvardiol (19) auffangen. Beide Spieler sind hochveranlagt, brauchen jedoch Zeit, um sich an die Bundesliga, die Champions League, das neue Umfeld und den neuen Trainer zu gewöhnen.

Diese Zeit geben die Verantwortlichen den Neuzugängen in Leipzig auch. Auf höchstem Level zahlt man dementsprechend erstmal Lehrgeld. Die Bayern und City sind derzeit eine Nummer zu groß für das neu zusammengestellte Team aus dem Osten der Republik. Nach der Partie in der Königsklasse fand Emil Forsberg (29) warnende Worte: „Wir müssen besser verteidigen. Wollen wir mithalten, dürfen wir nicht so einfache Tore kassieren.“

Neue Marschroute

Im Spiel gegen die Citizens zeigten sich allerdings auch alteingesessene Akteure wie Willi Orban (28), Nordi Mukiele (23) und Lukas Klostermann (25) zuweilen passiv und unsicher. Insbesondere bei den Gegentoren hätten die erfahrenen Verteidiger energischer zu Werke gehen können.

Die Findungsphase unter Jesse Marsch ist noch in vollem Gange. Von RB Salzburg hat der US-Amerikaner einen Spielstil mitgebracht, der einen offenen Schlagabtausch vorsieht. Bis der Kader der Sachsen die Philosophie des neuen Übungsleiters vollständig verinnerlicht hat, werden noch einige Wochen vergehen.

In der vergangenen Champions League-Saison spielten die Österreicher tollen Offensivfußball mit hohem Pressing. Gegen den FC Bayern verlor man am Ende aber beispielsweise mit 2:6. Ein Sinnbild für den riskanten Fußball, den Marsch präferiert und der auch in Leipzig schon teilweise zum Tragen kommt.

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