Cooper und die Nottingham-Krise: Dem Kaufrausch zum Opfer

Nottingham Forest steht seit dem gestrigen Montagabend auf dem letzten Tabellenplatz der Premier League. Dementsprechend wackelt der Trainerstuhl von Steve Cooper. Dabei droht der Erfolgscoach der Tricky Trees zum nächsten Opfer im System von Klubbesitzer Evangelos Marinakis zu werden.

Jesse Lingard und Steve Cooper stecken mit Nottingham in der Krise
Jesse Lingard und Steve Cooper stecken mit Nottingham in der Krise ©Maxppp

Paris St. Germain, der FC Barcelona, Manchester City, der FC Bayern – was diese Klubs alle gemeinsam haben? Sie alle gaben im Sommer weniger Geld für Neuzugänge aus als Nottingham Forest. Das Transferfenster der Tricky Trees verdient das Prädikat verrückt wie kein zweites und ist selbst für Premier League-Verhältnisse beispiellos für einen Aufsteiger.

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Nicht weniger als 22 neue Spieler fanden für rund 162 Millionen Euro den Weg zum Europapokalsieger von 1979 und 1980. Cheftrainer Steve Cooper sah sich mit der monumentalen Aufgabe konfrontiert, im laufenden Betrieb ein komplett neues Team inklusive Ersatzbank zu formen. Neun der 23 Neuzugänge wechselten erst nach dem ersten Spieltag am 6. August zu Nottingham.

Nach acht Spieltagen lässt sich festhalten: Der Spagat, im laufenden Betrieb der knüppelharten Premier League eine komplett neue Teamchemie und Hierarchie zu etablieren bei gleichzeitigem sportlichen Erfolg, ist krachend gescheitert.

Tiefpunkt gegen Leicester

Am gestrigen Montagabend war Nottingham beim Tabellenschlusslicht Leicester City zu Gast. Nach einem 0:3-Rückstand nach 35 Minuten war klar, dass die Foxes die rote Laterne an die Tricky Trees weiterreichen – am Ende stand es 0:4. Schon in der Halbzeit skandierten die Leicester-Fans „Entlassung am Morgen“ in Richtung Cooper. Nur ein Sieg in acht Spielen ist ein dürftiger Ertrag.

Die Tage des 42-Jährigen bei Nottingham scheinen nach knapp zwölf Monaten im Amt gezählt zu sein. Berichte über den potenziellen Nachfolger machen am heutigen Dienstag in englischen Medien die Runde. Cooper genießt in England seit dem Gewinn der U17-Weltmeisterschaft 2017 mit den Young Lions einen hervorragenden Ruf – dürfte aber trotzdem bald Geschichte sein.

Wie die ‚Daily Mail‘ am heutigen Dienstag darüber hinaus berichtet, droht der gesamten Führungsetage inklusive Cooper das Aus. Nottinghams Besitzer Evangelos Marinakis ist nicht für seine Geduld bekannt.

Erfolg auf Knopfdruck

Seit 2017 ist Marinakis Eigentümer des Traditionsklubs. Dass der griechische Schifffahrtsunternehmer keine halben Sachen macht, zeigt er bei seinem anderen Klub Olympiakos Piräus. Dort ist der 55-Jährige seit 2010 Mehrheitseigner. In den zwölf Jahren unter der Marinakis-Führung gab es bereits zwölf Cheftrainer.

Erst kürzlich musste Carlos Corberán nach nur elf Pflichtspielen im Amt seinen Trainerposten bei Olympiakos wieder räumen. Denn trotz 13 Neuzugängen, darunter Spieler wie Real-Legende Marcelo oder James Rodriguez, belegt der Vorjahresmeister nur Rang drei in der griechischen Super League. Marinakis will für seine Investitionen Erfolg um jeden Preis sehen – das wird wohl auch Cooper in Kürze zu spüren bekommen. Sisyphusarbeit hin oder her.

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