Jota mit Traum-Debüt für Liverpool – was wird nun aus Shaqiri?

Es war ein Einstand nach Maß für FC Liverpool-Neuzugang Diogo Jota. Doch das gestrige Debüt des Linksaußen sorgt sicherlich nicht bei jedem für Euphorie – für Xherdan Shaqiri zum Beispiel könnte die Situation bei den Reds nach dem Jota-Transfer noch schwieriger geworden sein.

Diogo Jota erzielte bislang vier Champions League-Tore
Diogo Jota erzielte bislang vier Champions League-Tore ©Maxppp

Mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Arsenal am vergangenen Sonntag feierte der FC Liverpool nicht nur den dritten Sieg im dritten Premier League-Spiel, sondern baute auch seine beeindruckende Serie von 61 Heimspielen ohne Niederlage weiter aus. Ein Mann, der einen nicht unwesentlichen Teil dazu beitrug, war Neuzugang Diogo Jota. Zwar war der erste Auftritt des 23-Jährigen im Trikot der Reds nur von kurzer Dauer, doch nach seiner Einwechslung in der 80. Minute sorgte Jota in der 88. Minute mit seinem Treffer für den 3:1-Endstand.

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„Erst bei 20 Prozent“

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hatte für seinen Neuzugang nach der Partie viel Lob übrig: „Diogo kam rein, hat ganz natürlich seinen Fußball gespielt und hat versucht, so zu verteidigen, wie wir es tun. Er hat es äußerst gut gemacht, hat ein super Tor erzielt.“

Gleichzeitig gibt der Star-Trainer aber auch zu verstehen, dass Jota noch Zeit braucht, um die Spielidee des amtierenden englischen Meisters vollständig zu verinnerlichen: „Natürlich ist er erst bei 20 Prozent der Informationen, was genau wir tun. Wir hatten bereits Meetings, um darüber zu sprechen, aber das wird Zeit brauchen. Heute hatte er 60, 70 Minuten Zeit, um zu sehen, wie Sadio es macht.“

Backup für Mané, Firmino und Salah

Erst vor knapp zwei Wochen war der portugiesische Nationalspieler dem Vernehmen nach für 50 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers an die Anfield Road gewechselt. Jota dürfte aller Voraussicht nach vorerst nur die Rolle als Backup für das eingespielte Offensiv-Trio bestehend aus Sadio Mané, Roberto Firmino und Mohamed Salah einnehmen.

Dennoch bringt der 1,78 Meter große Edeltechniker mit seiner Ballkontrolle in Kombination mit seinem starken Antritt und seinem variablen Positionsspiel Qualitäten mit, die unter Jürgen Klopp bei den Reds gefragt sind.

Inkonstanz als größtes Problem

In den vergangenen beiden Jahren hat sich Jota bei den Wolverhampton Wanderers in der Premier League einen Namen gemacht. In 67 Premier League-Spielen für die Wolves kommt er auf 16 Tore und sechs Vorlagen. Als größtes Manko im Spiel des 23-Jährigen gilt jedoch die fehlende Konstanz. Überzeugenden Auftritten folgten insbesondere in der vergangenen Spielzeit auch immer wieder durchschnittliche und unauffällige Leistungen.

Dabei gibt es jedoch interessante Parallelen zu einem anderen aktuellen Liverpool-Star: Auch Sadio Mané galt vor seinem Wechsel im Jahre 2016 beim FC Southampton als inkonstanter Spieler. Nur wenige trauten ihm damals den Durchbruch auf dem höchsten Level bei einer europäischen Spitzenmannschaft zu. Unter Klopp machte er allerdings einen enormen Sprung und entwickelte sich zum Weltspieler. Es bleibt abzuwarten, ob Jota bei den Reds eine ähnliche Entwicklung vollziehen kann.

Shaqiri-Zukunft fraglich

Ein Spieler, der der Jota-Verpflichtung womöglich zum Opfer fallen könnte, ist Xherdan Shaqiri. Der Nationalspieler der Schweiz stand in dieser Saison bisher bei keinem der drei Premier League-Spiele seines Vereins im Kader. Lediglich in der EFL Cup-Begegnung gegen Lincoln City (7:2) kam er zum Einsatz und traf sehenswert per Freistoß und erhielt anschließend ein Sonderlob von Klopp.

Es ist klar erkennbar, dass Shaqiri in der internen Hierarchie nach dem Jota-Transfer weiter zurückgefallen ist. Aktuell muss sich der 28-Jährige in der Backup-Rolle nicht nur hinter Jota anstellen, sondern auch hinter dem Japaner Takumi Minamino, der in der Liga bisher zu zwei Kurzeinsätzen kam. Vertraglich ist Shaqiri noch bis 2023 an Liverpool gebunden. Eine vorzeitige Trennung könnte aufgrund der veränderten Situation bis zur Transferdeadline noch ein Thema werden.

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