Bobics Hertha zeigt sich sparsam: Agenda oder Umstände?

Big Deals sucht man beim Big City Klub Hertha BSC in diesem Sommer bislang vergeblich. Aber: Um eine neue Agenda unter dem neuen Sportvorstand Fredi Bobic zu erkennen, ist es noch zu früh.

Fredi Bobic ist Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC
Fredi Bobic ist Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC ©Maxppp

Dodi Lukebakio (20 Millionen Euro), Matheus Cunha (18 Millionen), Krzysztof Piatek (24 Millionen), Lucas Tousart (25 Millionen), Jhon Córdoba (15 Millionen) - fünf Transfers jenseits der 15-Millionen-Marke tätigte Hertha BSC in den vergangenen zwei Jahren. Big Deals beim Big City Klub.

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Und heute, im Sommer 2021? Suat Serdar (24), losgeeist vom Absteiger Schalke 04, kostete Hertha acht Millionen Euro Ablöse, Rückkehrer Kevin-Prince Boateng (32) nicht einen Cent. Akut ist sonst derzeit nur eine mögliche Festverpflichtung von Linksaußen Nemanja Radonjic (25), für den ebenfalls acht Millionen Euro im Gespräch sind.

In der Shoppinglaune der vorherigen Transferperioden präsentiert sich die Alte Dame seit der Ankunft von Sportvorstand Fredi Bobic noch nicht. Darin bereits einen Kurswechsel in der Berliner Transferstrategie zu erkennen, ist jedoch abwegig.

Faktor Zeit

Bobic steht seit einem Monat auf Herthas Gehaltsliste, einige seiner Mitstreiter bei der Kaderplanung wie der neue Scoutingchef Dirk Dufner gar erst seit diesem Donnerstag. Auch wenn der Austausch schon vorab begonnen haben dürfte, fangen die Rädchen in den Büros der Geschäftsstelle erst jetzt so richtig ineinanderzugreifen.

Faktor Corona

Die Preise sind abgesackt, der Markt hat sich verändert. Formkrise hin, Schalke-Abstieg her – Serdar dürfte auch unter diesen Umständen in Prä-Pandemie-Zeiten die eine oder andere Million teurer gewesen sein. Und auch für Radonjic wäre wohl jetzt ein anderer Preis im Gespräch.

Faktor England

Bobics Bundesliga-Kollegen sind sich einig: Die Premier League bestimmt den Markt. Viele Personalien werden erst dann an Fahrt aufnehmen, wenn die Engländer mit den ersten Millionenbeträgen Schwung in die Szene gebracht haben. Grundsätzlich hat Hertha zwar die Mittel, um schon jetzt einzukaufen, doch viele Marktchancen werden sich erst in den kommenden zwei Monaten ergeben.

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