Nach fast 30 Jahren hat Silvio Berlusconi genug: Der Italiener will seine Anteile am AC Mailand verkaufen. Neuer Klubbesitzer soll ein Konsortium um den thailändischen Banker Bee Taechaubol werden, der bereit ist, 500 Millionen Euro für den Traditionsverein zu zahlen. Der Deal soll am heutigen Samstag finalisiert werden.

Die ‚Rossoneri‘ sind schon seit Jahren nur noch ein Schatten ihres früheren Selbst. Gewann man 2007 noch die Champions League, ist Milan nun im sportlichen Mittelfeld der Serie A angekommen. Momentan läuft man auf Platz zehn den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Um den Klub wieder in die Spur zu bekommen, will der neue Besitzer den Fans ein sportliches Willkommensgeschenk machen.

Wie die italienische Website ‚tuttomercatoweb.com‘ berichtet, steht Joshua Guilavogui vom VfL Wolfsburg ganz oben auf der Einkaufsliste von Taechaubol. Der Franzose wechselte zu Beginn der Saison für eine stattliche Leihgebühr von fünf Millionen Euro in die Mannschaft von Dieter Hecking. 2016 müsste er zum spanischen Meister zurückkehren, doch Wolfsburg besitzt eine Kaufoption über weitere fünf Millionen Euro. Neben dem 24-Jährigen habe Milan außerdem Interesse am brasilianischen Talent Gabriel Barbosa vom FC Santos und Tempodribbler Yacine Brahimi vom FC Porto

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Guilavogui zum Leistungsträger bei den ‚Wölfen‘ avanciert. Angesichts eines dünn besetzten defensiven Mittelfelds ist es unwahrscheinlich, dass der Verein den Sechser vor Ablauf der Leihe einfach gehen lässt. Auch der Spieler fühlt sich in Niedersachsen wohl: „Ich hoffe, ich kann noch viele Jahre in Wolfsburg spielen“, sagte er erst vor wenigen Wochen. Somit stehen Milans Chancen auf eine Verpflichtung des 24-Jährigen eher schlecht.

Allgemein ist ein Wechsel von Wolfsburg zum AC Mailand in der heutigen Zeit wohl kein reizvolles Thema mehr. Zwar könnte der neue Klubchef hohe Gehälter zahlen, um Stars in die Modestadt zu locken. Doch die sportliche Perspektive ist in Niedersachsen besser als bei Milan. Natürlich ist es möglich, dass dem Verein mittelfristig wieder eine goldene Zukunft bevorsteht – wohl aber ohne Guilavogui.