In allen fünf Pflichtspielen der laufenden Saison stand Julian Weigl in der Startelf von Borussia Dortmund. Zu Beginn des Sommers war das nicht selbstverständlich, wie auch der Nationalspieler selbst weiß. „Bevor das Transferfenster öffnete, hätte manch einer vielleicht nicht unbedingt damit (mit einem Verbleib beim BVB, Anm. d. Red.) gerechnet“, sagt Weigl der ‚Bild‘, „aber es hat sich ja dann doch abgezeichnet, und ich bin wirklich froh, noch hier zu sein“.

Ausschlaggebend war demnach ein „Gespräch zwischen dem Trainer und mir“ im Trainingslager in Bad Ragaz, so Weigl, „es war sehr gut. Er hat mir klar seine Meinung gesagt und wie sie sich in der vergangenen Saison über mich verändert hat. Zudem hat er mir eine gute Form in der Vorbereitung attestiert. Dazu war es für mich wichtig, dass er mich wieder vorwiegend auf der Sechser-Position sieht.“ In der Rückrunde musste Weigl noch oft als Innenverteidiger aushelfen.

Vor rund einem Jahr war die Situation des heute 24-Jährigen noch eine ganz andere. Lucien Favre setzte nicht auf Weigl, der mitunter nicht mal im Spieltagskader stand. Der Spieler erinnert sich: „Ich habe in der Winterpause die Hinrunde reflektiert und mich selber gefragt, wie sie war und wie die Aussichten für die Rückrunde sind. Daraufhin gab es Gespräche mit den Verantwortlichen, in denen ich ihnen gesagt habe, dass ich mich gern verändern würde. Der BVB war aber dagegen.“

„Habe Dortmund viel zu verdanken“

Hintergrund: „Der Klub wollte Meister werden, und es war noch nicht abzusehen, wann die verletzten Innenverteidiger zurückkehren. Natürlich war das nicht unbedingt befriedigend für mich. Aber ich habe trotzdem keinen Stunk gemacht oder versucht, mich wegzustreiken. Dafür habe ich Dortmund viel zu viel zu verdanken.“ Im Winter 2018/19 wollte Paris St. Germain Weigl verpflichten. Trainer dort ist dessen Förderer Thomas Tuchel.

Auf die Frage, ob es im Sommer wieder Kontakt zu Tuchel gab, sagt Weigl: „Wir haben ein gutes Verhältnis, haben dadurch immer mal wieder losen Kontakt und schreiben uns. Es war aber diesmal nicht kurz vor einem Transfer.“ Darüber hinaus verrät der Rechtsfuß: „Es gab Angebote, aber die Entscheidung hier zu blieben, ist gemeinsam mit meinen Leuten gefallen.“ Angesichts von fünf Startelf-Einsätzen hintereinander war es offensichtlich die richtige.