Eine gute Woche ist es nun her. Lucien Favre wandte sich in Eigenregie an die Presse und verkündete, sein Traineramt bei Borussia Mönchengladbach mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Mannschaft, Fans und Verein waren überrumpelt. Zuvor hatten die Verantwortlichen der ‚Fohlen‘ einem Rücktrittsgesuch des Übungsleiters widersprochen.

Tags darauf stellte der VfL mit André Schubert, der aus der U23 der Gladbacher kommt, zunächst einen Interimstrainer vor. Dessen Woche hätte kaum besser laufen können. Beim VfB Stuttgart gewann die Borussia vergangenen Samstag mit 3:1. Drei Tage zuvor schlug man den FC Augsburg und Markus Weinzierl mit 4:2. Dennoch stellt Manager Max Eberl im ‚kicker‘ klar: „Er ist Interimstrainer, das haben wir von Anfang an so besprochen.

Ein potenzieller Kandidat für die langfristige, strategische Favre-Nachfolge ist dem Fachblatt zufolge ausgerechnet FCA-Trainer Weinzierl, den Schubert bei seinem Bundesligadebüt besiegte. Der 40-jährige Straubinger würde die Kriterien des Champions League-Teilnehmers erfüllen. Dessen Kontrakt in der Fuggerstadt ist allerdings noch bis 2019 datiert. Im Sommer könnte er dennoch bereit sein, nach dem erfolgreichen Kapitel Augsburg das nächste zu beschreiten.

Neben Weinzierl ist auch Marcel Koller ein Kandidat bei den ‚Fohlen‘. Der Favre-Landsmann ist aktuell österreichischer Nationaltrainer. Erst kürzlich sicherte er sich mit der Alpenrepublik vorzeitig das Ticket für die EM 2016 in Frankreich. Sein Vertrag beim ÖFB läuft 2016 aus. Aber auch der Schweizer Fußballverband würde Koller gerne nach der EM unter Vertrag nehmen.

Eberl betont: „Es geht um Qualität, nicht um Geschwindigkeit. Wir wollen uns Zeit nehmen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Man hat nichts davon, etwas zu präsentieren, wovon man nicht überzeugt ist. Das wollen wir aber sein.“ Dementsprechend wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis die Borussia eine Langzeitlösung präsentiert. Weinzierl und Koller sind im Kandidatenkreis.