Yunus Malli war in der Hinserie für Trainer Martin Schmidt nicht zu ersetzen. Mit acht Toren und acht Vorlagen unterstrich der türkische Nationalspieler einmal mehr seinen Wert für die 05er. Aber auch, dass er reif für eine neue Herausforderung ist.

Ein Wechsel muss aber Sinn ergeben. Für Yunus müsste der neue Verein aber eine klare Steigerung zu Mainz sein“, erklärte Berater Ilhan Malli gegenüber FT. Etwas überraschend insofern, dass die Wahl letztlich auf den VfL Wolfsburg fiel. 12,5 Millionen spülte der offensive Mittelfeldspieler in die Kassen des FSV.

Bojan kein Ersatz

Bei dem Deal Stand Mainz zu seinem Wort: Im Zuge der Vertragsverlängerung des 24-Jährigen im Mai 2015 hatte man dem Offensiv-Star zugesichert, man werde ihm bei einem passenden Angebot keine Steine in den Weg legen. Nach der Offerte aus der Autostadt sah Malli seine Zeit gekommen.

Die Rheinhessen hatten gehofft, in Bojan Krkic Ersatz gefunden zu haben. Das einstige Supertalent tut sich jedoch schwer in der Bundesliga, ist nur bedingt ins Spiel der 05er eingebunden. Bojan spielt zudem ein andere Rolle als der omnipräsente Malli, Dreh- und Angelpunkt der Mainzer der Hinrunde.

Mannschaft kann Abgang nicht auffangen

Das torgefährliche Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff fehlt seither signifikant, was sich auch in den blanken Zahlen niederschlägt. Nur sieben Tore erzielte die Schmidt-Elf, seitdem Malli weg ist. Der Grund für den Absturz in die Abstiegszone ist dementsprechend vor allem im Sturm zu suchen.

Am Bruchweg hatte man sicher gehofft, das homogene Mannschaftsgefüge könne den Abgang seines herausragenden Einzelkönners gemeinschaftlich auffangen. Stand jetzt: weit gefehlt. Und womöglich hatte in Mainz auch kaum jemand kalkuliert, noch einmal in die Gefahrenzone rutschen zu können – was neben der eigenen Misere letztlich auch mit der überraschend konstant punktenden Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte zusammenhängt.

Hat sich Mainz verkalkuliert?

Löblich, dass die Mainzer zu ihrem Wort standen, und in Malli einen verdienten Spieler im Winter ziehen ließen. Bei lediglich noch zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang und der unberechenbaren Konkurrenz kann aber noch alles passieren.

Jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf“, analysierte Danny Latza nach dem 0:1 gegen Schalke 04 treffend. Das Team von Trainer Schmidt muss zusehen, endlich eine Antwort auf das Fehlen ihres Garanten zu finden – denn der kommt nicht zurück. Andernfalls könnte sich Mainz am Ende bitter verkalkuliert haben, so ehrenhaft der Verkauf gewesen sein mag.