Am Samstag war es mal wieder so weit: Fußball-Italien richtete die Augen auf das absolute Topspiel in der Serie A zwischen Serienmeister Juventus Turin und dem Vorjahreszweiten SSC Neapel. Und die Partie machte dem Status als Topspiel alle Ehre. Napoli kam nach einem 0:3-Rückstand im Allianz-Stadium eindrucksvoll zurück und egalisierte in der 81. Spielminute zum 3:3 durch Giovanni Di Lorenzo.

Aufholjagd zahlt sich nicht aus

Dann folgte der Schock für alle, die es mit Napoli hielten: Vollkommen ohne Not bugsierte Kalidou Koulibaly eine Hereingabe von Miralem Pjanic slapstickartig ins eigene Netz. Danach ertönte der Schlusspfiff und die Partenopei standen trotz toller Mentalität letztendlich mit leeren Händen da.

Trotz des ersten Rückschlags in der noch jungen Saison können die Süditaliener auch positive Dinge aus der Niederlage ziehen: Letztmalig kassierte Juve im Februar beim 3:3 gegen Parma drei Tore in einem Spiel. Diesmal waren es sogar drei Gegentreffer in nur 25 Spielminuten. Das zeigt nicht nur einmal mehr die Offensivstärke der Mannschaft von Carlo Ancelotti, sondern womöglich auch eine neue Anfälligkeit der für ihr Abwehrbollwerk berüchtigten Turiner.

Eingespielt: Leistungsträger konnten gehalten werden

Lorenzo Insigne, Dries Mertens, José Callejón, Arkadiusz Milik. Sie alle zusammen stehen für konstante Torgefährlichkeit und Spielfreude. Bereits seit Jahren sorgen sie bei den Azzurri für Wirbel und stehen für das beinahe blinde Zusammenspiel. Obwohl in Neapel Titelerfolge weiterhin Mangelware sind, sorgt vor allem die Überzeugung, zeitnah den Scudetto holen zu können, dafür, dass die Spieler dem Klub erhalten blieben.

Fast 30 Jahre nach dem bislang letzten Meistertitel sollen auch punktuelle Verstärkungen wie die von Hirving Lozano (PSV Eindhoven), Fernando Llorente (Tottenham Hotspur) und Youngster Eljif Elmas (Fenerbahce) für die nötige Breite im Kader sorgen und die lange Durststrecke endlich beenden.

Kader sinnvoll ergänzt

Lozano soll mit seinen 24 Jahren die etablierten Offensivkräfte, die teilweise schon über 30 sind, entlasten und für neue Akzente sorgen. Der 34-jährige Llorente hat schon in England bei den Spurs gezeigt, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters für das ein oder andere Tor gut ist. Elmas, mit 19 Jahren eine Investition für die Zukunft, kann sich ebenfalls berechtigte Hoffnungen machen, auf seine Einsätze zu kommen.

Schon nach zwei Spieltagen muss man sich in Neapel vorerst mit der Rolle des Jägers anfreunden. Entscheidend wird jedoch sein, wer nach 38 Spieltagen an der Spitze thront. Fest steht: Für den Angriff auf den Scudetto hat sich Napoli bestmöglich gerüstet.