Am Ende fiel die Wahl auf Leandro Paredes. Nach monatelanger Suche nach einem neuen defensiven Mittelfeldspieler legte Paris St. Germain kurz vor Ablauf der Wintertransferperiode rund 45 Millionen Euro für den 24-Jährigen auf den Tisch. An der Seine kommt dem Argentinier eine durchaus undankbare Aufgabe zuteil. In einem ohnehin unterbesetzten Mannschaftsteil, das nun auch noch die Ausbootung von Adrien Rabiot zu verkraften hat, ist Paredes dazu gezwungen, direkt abzuliefern.

Nach einem Kurzeinsatz am Wochenende gegen Olympique Lyon (1:2) hatte er am gestrigen Mittwoch im Pokalspiel gegen den FC Villefranche erstmalig die Chance, genau das zu tun. Doch wie seine Gesamtsituation bei PSG entpuppte sich auch die vermeintlich einfache Aufgabe gegen den Drittligisten als undankbar. Zusammen mit einigen Reservisten gab Paredes sein Startelfdebüt für PSG.

Auftritt mit Licht und Schatten

Beim Auftritt des 24-Jährigen wechselten sich Licht und Schatten ab. Nach einem nervösen Beginn kam er immer besser in die Partie, übernahm Verantwortung im Mittelfeld und zeigte seine Stärken im Passspiel. Mit einem präzisen Ball auf Christopher Nkunku überspielte Paredes gleich mehrere Gegenspieler und kreierte eine gefährliche Situation (21.). Wenige Minuten später schickte er Juan Bernat mit einem perfekt getimten Steilpass hinter die gegnerische Abwehrreihe. Torgefährlich wurde er selbst per direktem Freistoß, der aus gut 25 Metern jedoch knapp über die Querlatte zischte (8.).

Schnell wurde offensichtlich, dass PSG einen Spieler verpflichtet hat, der in der Lage ist, das Spiel zu lenken. Im Zuge der zweiten Halbzeit verlor der Sechser jedoch zunehmend den Faden – wie die gesamte Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel. Defensiv agierte Paris immer wieder fahrig, sodass Villefranche an der Pokalsensation schnüffeln konnte. Erst in der Verlängerung und nach der Einwechslung von Stammkräften wie Edinson Cavani und Kylian Mbappé entschied PSG die eigentlich ungleiche Begegnung für sich.

Lob von Trainer und Mitspieler

Paredes stand über 120 Minuten auf dem Platz. Trotz des aus PSG-Sicht unbefriedigenden Ergebnisses hat Tuchel Lob für seinen Neuzugang übrig. „Er hat gut gespielt. Er war sehr zuverlässig, hat nur wenige Bälle verloren. Er hat Qualität. Er ist kreativ. Es war kein einfaches Spiel für ihn, aber er hat seine Qualität gezeigt. Er war sehr gut“, so der Trainer nach dem Spiel.

Teamkollege Julian Draxler ergänzte: „Es war sein erstes Spiel von Beginn an gegen einen ungewöhnlichen Gegner. Nach dem zu schließen, was ich heute und im Training von ihm gesehen habe, wird er sehr wichtig für uns werden.“ Ob Paredes auch am kommenden Samstag gegen Girondins Bordeaux in der Startelf stehen wird, ließ Tuchel mit Verweis auf die hohe Belastung durch 120 Minuten Spielzeit offen. Gut möglich jedoch, dass die Wahl auch in Zukunft wieder auf Paredes fallen wird.