Vor rund einer Woche konnte man über den FC Everton sagen, er habe sich bislang auf dem Transfermarkt zurückgehalten. Die Toffees hatten bis dato lediglich Leihspieler André Gomes (25 Millionen) fest verpflichtet und Routinier Fabian Delph (rund zehn Millionen) unter Vertrag genommen.

Dann folgte der große Kaufrausch bis zur Schließung des englischen Transferfensters: Jean-Philippe Gbamin, Djibril Sidibé, Moise Kean und Alex Iwobi kamen innerhalb einer Woche für insgesamt rund 85 Millionen Euro. Der Wechsel von Iwobi zog sich durch die Einreichung eines Transfer Sheets sogar bis nach der offiziellen Deadline. Allerdings war Iwobi nur Plan B zu Wunschspieler Wilfried Zaha.

Trotz der Großinvestitionen liegt der FC Everton was Transferausgaben betrifft, gerade so unter den ersten fünf. Die Klubs aus Manchester, der FC Arsenal und Aufsteiger Aston Villa liegen noch vor den Toffees, der Stadtrivale FC Liverpool gab weniger als fünf Millionen Euro für neue Spieler aus.

Wie gut ist der neue Kader?

Das große Problem in der abgelaufenen Saison für das Team von Trainer Marco Silva war die Offensive. Am Ende standen gerade einmal 54 Tore zu Buche. Toptorjäger war Gylfi Sigurdsson mit 13 Treffern – ein offensiver Mittelfeldspieler. In Zukunft sollen Moise Kean und Alex Iwobi für Tore sorgen. Zusammen mit dem Brasilianer Richarlison besitzt Everton eine junge und aufregende Offensivreihe, in der kein Spieler älter als 23 Jahre ist.

Bei aller Euphorie um die Upgrades für den Angriff und die Verstärkung des Mittelfelds mit Delph, Gomes und dem Ex-Mainzer Gbamin konnte man keinen neuen Innenverteidiger in den Goodison Park locken. Leihspieler Kurt Zouma musste zum FC Chelsea zurück, der ewige Phil Jagielka spielt künftig für Sheffield United und Marcus Rojo durfte Manchster United nicht verlassen.

Für welchen Platz reicht es am Ende?

Ob dem FC Everton der große Wurf gelingt und am Ende auf einem Platz, landet, der für das internationale Geschäft reicht, bleibt abzuwarten. Trainer Marco Silva ist mit dem Kader nicht gänzlich zufrieden: „18 Spieler haben uns verlassen und wir haben nur sieben geholt. Wir gehen nur mit drei Innenverteidigern in die Saison, es ist nicht das beste Szenario“, resümiert der Portugiese.

In Liverpool hofft man, zumindest die anfälligen Schwergewichte Manchester United und FC Chelsea angreifen zu können. Bei den Blues steht mit Frank Lampard ein Neuling an der Seitenlinie, zudem können die Londoner bei schlechtem Saisonverlauf in der Winterpause wegen ihrer Transfersperre nicht personell nachlegen. Ob die Red Devils den Abgang von Romelu Lukaku ohne Ersatz auffangen können, bleibt abzuwarten.

Eine ähnliche Euphorie beim FC Everton gab es bereits in der Saison 2017/18. Damals gab man über 200 Millionen Euro für neue Spieler aus. Am Ende reichte das für Platz acht – hinter dem siebtplatzierten FC Burnley.

Die voraussichtliche Aufstellung