Trotz einiger Defensivschwächen hat der FC Bayern München am Mittwoch souverän mit 3:1 bei ZSKA Moskau gewonnen. Wäre Seydou Doumbia anstelle von Keisuke Honda oder Ahmet Musa frei vor Manuel Neuer aufgetaucht, hätte das Ergebnis wohl anders ausgesehen. Denn der Ivorer ist ausgesprochen kaltschnäuzig – ein Produkt harter Arbeit, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion verrät.

Meine Tore sind das Resultat eines langen Prozesses“, erklärt der 25-jährige Stürmer, „seitdem ich 13 war, habe ich unzählige Einheiten vor dem Tor gemacht. Man wird mit diesem Instinkt nicht geboren. Es gibt nur drei Worte, die man braucht um zu beschreiben, wie man dorthin kommt: Arbeit, Arbeit, Arbeit.“

Wie lange Doumbia sein erlerntes Näschen noch für ZSKA zeigen wird, ist offen. Sein Vertrag beim Moskauer Armeeklub ist bis 2015 datiert. Wollen die Russen Ablöse kassieren, bietet sich im kommenden Sommer letztmalig die Gelegenheit. „Seydou hat keine Grenzen. Er würde bei allen Topteams reinpassen in sämtlichen Topligen Europas“, ist sein Berater Jean-Bernard Beytrison überzeugt von den Qualitäten seines Schützlings.

Neun Treffer hat dieser in elf Ligaspielen der laufenden Saison bereits erzielt, und das trotz seiner Rückenprobleme, die ihn fast ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt haben. Zu viel Respekt vor der Klasse potenzieller Gegenspieler in einer stärkeren Liga hat Doumbia jedenfalls nicht. „Ihre Rolle ist es zu verteidigen. Ich will Tore schießen. Wir geben alle unser Bestes. Wenn ich auf dem Feld stehe, ist es mir egal, wer mein Gegner ist“, so der Goalgetter.

Bis zur WM in Brasilien wollen Doumbia und sein Berater noch abwarten. Womöglich steht dann ein neues Kapitel in der Karriere des hart Arbeitenden an: „Ich bin ehrgeizig und werde alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.“ Und wer weiß: Vielleicht kommt ja auch ein Bundesligist infrage, der über das nötige Kleingeld für den 22-fachen Nationalspieler verfügt.