Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Lukas Podolski und Mohamed Salah: Beide wechselten im Winter aus der Premier League in die Serie A, weil sie bei ihrem jeweiligen Verein keine Perspektive mehr sahen und nach einer neuen Herausforderung suchten. Der Deutsche wurde vom FC Arsenal an Inter Mailand verliehen. Der Ägypter vom FC Chelsea schloss sich auf Leihbasis dem AC Florenz an und diente als Ersatz für Juan Cuadrado, dessen Dienste den ‚Blues‘ im Winter 31 Millionen Euro wert waren.

Es gibt allerdings auch gravierende Unterschiede zwischen den beiden Offensivspielern, die ehemals in England ihr Geld verdient haben. Der deutsche Weltmeister findet offenbar auch bei den ‚Nerazzurri‘ nicht aus seinem Formtief heraus und wird von der italienischen Presse schon als Fehleinkauf bezeichnet. Zuletzt wurde er von den Medien und Tifosi mit Spott und Hohn bedacht, nachdem ihm im Spiel gegen die ‚Fiorentina‘ ein Eckball missglückte.

Salah überzeugt sofort

Im Gegensatz dazu startet der 22-jährige Ägypter bei den ‚Violetten‘ durch. Für die Leihgabe stehen bereits drei Treffer und eine Vorlage in vier Rückrundenspielen zu Buche. Am vergangenen Mittwoch beim 2:1-Erfolg gegen Juventus Turin in der Coppa Italia schoss der pfeilschnelle Torjäger beide Treffer und sorgte damit fast im Alleingang dafür, dass ‚Juve‘ die erste Heimpleite seit dem Spiel gegen Bayern München im April 2013 hinnehmen musste. Besonders sehenswert sein Treffer zum 1:0, als Salah nach einer Juve-Ecke den Konter in der eigenen Hälfte selbst startete und nach einem Sprint mit Ball am Fuß über das halbe Feld selbst abschloss.

Salah wechselte 2012 für 2,5 Millionen von Arab Contractors FC zum FC Basel, wo er sich in seiner ersten Saison noch mit der Rolle als Edeljoker zufrieden geben musste. Nachdem sich der Youngster im zweiten Jahr einen Stammplatz erkämpfen und mit starken Leistungen überzeugen konnte, dauerte es nicht lange, bis die ersten internationalen Spitzenvereine bei den FCB-Verantwortlichen anklopften. Letztendlichen machte der Klub von Mäzen Roman Abramovich das Rennen und sicherte sich für gut 13 Millionen Euro die Dienste des Linksfuß’.

Möglicherweise wäre es für Salahs Entwicklung besser gewesen, zumindest noch bis zum Ende der Saison in der Super League zu bleiben, denn die Konkurrenz in London war offenbar zu groß. Innerhalb eines Jahres stand der Lockenkopf lediglich in 19 Spielen auf den Platz, in denen er nur selten von Beginn an ran durfte.

Florenz besitzt Kaufoption

In Florenz scheint der gelernte Rechtsaußen nun sein Glück gefunden zu haben. Salah ist noch bis zum Ende der Saison an den Klub ausgeliehen, der den Leihvertrag gegen eine Gebühr von einer Million Euro um ein weiteres Jahr verlängern kann. 2016 müssen sich die ‚Gigliati‘ entscheiden, ob sie die Kaufoption über 18 Millionen Euro ziehen und somit ihren neuen Shootingstar dauerhaft an den Verein binden. Sollte Salah so weitermachen, wie er losgelegt hat, wird Florenz liebend gerne zuschlagen.