Bayers Frimpong-Transfer: Sinn oder Unsinn?

Vor zwei Wochen gab Bayer Leverkusen die Verpflichtung von Timothy Fosu-Mensah bekannt. Zeitnah wird nun wohl mit Jeremie Frimpong der zweite Rechtsverteidiger innerhalb einer Transferperiode bei der Werkself aufschlagen. Ist das sinnvoll?

Timothy Fosu-Mensah (r.) wechselte von Manchester United zu Bayer 04
Timothy Fosu-Mensah (r.) wechselte von Manchester United zu Bayer 04 ©Maxppp

Lange suchte Bayer Leverkusen nach einem neuen Rechtsverteidiger. Nun holt die Werkself innerhalb von zwei Wochen offenbar gleich zwei Neuzugänge für die Problemposition. Nach Timothy Fosu-Mensah, der von Manchester United kam, verschlägt es wohl auch Jeremie Frimpong von Celtic Glasgow unters Bayer-Kreuz.

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Bis zu 13 Millionen Euro sollen die Leverkusener Medienberichten zufolge für den 20-jährigen Niederländer zahlen. Durchaus überraschend, schließlich stehen im Kader der Werkself mittlerweile offiziell mit Lars Bender, Mitchell Weiser, Santiago Arias, Aushilfskraft Aleksandar Dragovic und Fosu-Mensah fünf Spieler, die hinten rechts spielen können. Ergibt ein Frimpong-Transfer also überhaupt Sinn? FT analysiert.

Umbruch im Sommer

Die Kadersituation wird sich unterm Bayer-Kreuz im Sommer schlagartig ändern. Bender beendet seine Karriere, Dragovic wird voraussichtlich ablösefrei zu Roter Stern Belgrad wechseln. Die Kaufoption auf den langzeitverletzten Santiago Arias wird wohl nicht gezogen, das scheint spätestens mit der Frimpong-Ankunft klar. Weiser ist schon jetzt außen vor und darf gehen.

Von fünf potenziellen Rechtsverteidigern bleibt mit Fosu-Mensah also nur einer übrig – mit Frimpong wäre die Position doppelt, qualitativ hochwertig und variabel besetzt. Denn beide Neuzugänge haben gegensätzliche Spielanlagen.

Frimpongs Spielstil

Während Fosu-Mensah ein großer und robuster Verteidiger mit defensivem Schwerpunkt ist, interpretiert Frimpong die Position grundsätzlich anders. Der 20-Jährige hat einen schmaleren Körperbau und ist mit 1,75 Metern vergleichsweise klein. Seine Stärken hat er in der Offensive.

Das Eigengewächs von Manchester City ist extrem schnell, technisch stark und geht gerne ins Dribbling. Seine Spielanlage erinnert mehr an die eines Flügelstürmers, sein Abschluss ist für eine rein offensive Rolle aber nicht stark genug. Defensiv muss Frimpong noch zulegen, ein halbes Jahr Eingewöhnungszeit in der Bundesliga, bevor im Sommer eine größere Rolle auf ihn wartet, könnte da helfen.

Wo gibt es Platz im Kader?

Doch auch in der aktuellen Rückrunde wird der 20-Jährige auf seine Spielzeiten kommen. Seit der Kreuzband-Verletzung von Julian Baumgartlinger am vergangenen Samstag kann Bayer-Trainer Peter Bosz mit Charles Aránguiz nur noch auf einen zweikampfstarken Sechser zurückgreifen. Der chilenische Kapitän kann aber kaum jedes Pflichtspiel bestreiten, zumal er selbst gerade erst aus einer langen Verletzungspause zurückgekehrt ist.

Gut möglich, dass künftig Bender häufiger auf seiner ursprünglichen Position im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen wird. Auch Fosu-Mensah – der übrigens ebenso in der Innenverteidigung eingeplant wird – spielte dort in England bereits mit Erfolg. Für Frimpong würde so der Platz als Rechtsverteidiger frei.

Fazit

Frimpong ist ein Spielertyp, der bislang nicht im Kader von Bayer zu finden ist. Aufgrund der akuten Verletzungsproblematik ist die Rechtsverteidiger-Position zudem lange nicht so gut besetzt, wie es beim Transfer von Fosu-Mensah schien. Beide Neuzugänge können sich Stand jetzt ein halbes Jahr in Leverkusen akklimatisieren, ehe sie zur kommenden Saison eine größere Rolle einnehmen werden. Unterm Strich ein guter und sinnvoller Deal für Bayer.

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