Bayern weiter dezimiert: Sitzt der zweite Anzug?

Der FC Bayern siegte trotz angespannter Personallage gegen Dynamo Kiew (2:1). Die Leistungen einiger Ergänzungsspieler lassen jedoch die Frage offen, ob der Kader in der Breite mit ausreichend Qualität bestückt ist.

Corentin Tolisso im Zweikampf mit Vitaliy Buyalskiy
Corentin Tolisso im Zweikampf mit Vitaliy Buyalskiy ©Maxppp

Mit 15 Punkten aus fünf Partien und einem Torverhältnis von 19:3 grüßt der FC Bayern souverän von der Spitze seiner Champions League-Gruppe. Da sich das Lazarett weiter vergrößert, hinterlässt der Sieg in Kiew (2:1) allerdings einen faden Beigeschmack.

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Lucas Hernández (25) spürte „über dem Knie“ ein Ziehen, erklärte Julian Nagelsmann nach dem Spiel. Der Innenverteidiger musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Tanguy Nianzou (19) stürzte unglücklich auf seine rechte Schulter und musste ebenfalls früher raus. Beide Defensivspezialisten könnten in nächster Zeit ausfallen.

Bereits vor dem Spiel in der Ukraine beklagte Julian Nagelsmann zahlreiche Ausfälle, neun an der Zahl. Niklas Süle (26) und Josip Stanisic (21) infizierten sich vor kurzem mit Covid-19. Joshua Kimmich (26), Serge Gnabry (26), Eric-Maxim Choupo-Moting (32), Jamal Musiala (18) und Michaël Cuisance (22) hatten Kontakt zu einer positiv-getesteten Person und mussten in Quarantäne. Muskuläre Probleme setzten Marcel Sabitzer (27) außer Gefecht, Dayot Upamecano (23) fehlte gelbgesperrt.

Bayerns Reservemotor stottert

Dass der Bayern-Kader quantitativ nicht optimal besetzt ist, offenbarte die Ersatzbank. Lediglich vier Feldspieler und ein Ersatztorhüter standen Nagelsmann zur Verfügung. Nianzou und Corentin Tolisso (27) rückten in die erste Elf, Bouna Sarr (29), Marc Roca (24), Malik Tillmann (19) und Omar Richards (23) durften nach ihren Einwechslungen Spielminuten sammeln.

Während die beiden Franzosen in der Startformation durchaus zu überzeugen wussten, hinterließ keiner der eingewechselten Profis einen bleibenden Eindruck. Insbesondere Sarr destabilisierte die Defensive und fiel vorrangig durch Fouls auf, die ihm eine Gelbe Karte einbrachten. Nagelsmann sah sich sogar dazu genötigt, Sarr von der Seitenlinie einzubremsen, damit sich der Rechtsverteidiger keinen Platzverweis einhandelt.

Auch Sabitzer, der gegen Kiew nicht spielen konnte, wurde zuletzt kritisiert. Gegen den FC Augsburg (1:2) machte er durch den Ballverlust vor Augsburgs zweitem Tor auf sich aufmerksam. Auch beim ersten Treffer des Underdogs sah der Österreicher nicht gut aus. Richtig angekommen ist der Sommer-Neuzugang bisher nicht in München.

Ersatzspieler gefragt

Nach der Partie in Kiew sprach Nagelsmann über „die Personalsituation, die schon angespannt war“. Kurzfristig wird sich die Lage voraussichtlich nicht eklatant entspannen. Dann wird sich zeigen, ob die Ergänzungsspieler mit mehr Spielpraxis auf Topniveau abliefern können oder ob der Qualitätsunterschied zur mit Weltklasse-Spielern gespickten Stammformation zu groß ist.

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