Europameisterschaft

Neuer reagiert auf Kritik & lässt DFB-Zukunft offen

Über viele Jahre war er die absolute Konstante in der Nationalelf, oft gar der Held. Doch seit seinen unüblichen Patzern in den vergangenen Wochen ist Manuel Neuer nicht mehr unumstritten. Was er darüber denkt, verriet der Nationaltorwart auf einer Pressekonferenz.

von Martin Schmitz
2 min.
Manuel Neuer zusammen mir Marc-Andre ter Stegen @Maxppp

In der deutschen Länderspielgeschichte gab es über viele Jahrzehnte eine unumstößliche Gewissheit: Über die Torhüterposition muss man sich keine Sorgen machen. Zwar gab es manchmal kontroverse Zweikämpfe um den Posten im Kasten, doch selten machte sich Fußballdeutschland wirklich Sorgen um die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Nummer eins.

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Doch ausgerechnet im Vorfeld der Heim-Europameisterschaft kochte nun eine Torwart-Diskussion hoch. Manuel Neuer, der Held der WM 2014 und fünfmaliger Welttorhüter, fiel in den vergangenen Wochen durch mehrere Patzer auf. Diese kosteten dem FC Bayern München in der Bundesliga am abschließenden Spieltag die Vizemeisterschaft und in der Champions League den Finaleinzug.

Ter Stegen in Lauerstellung

Auch in den abschließenden Testspielen der Nationalelf vor dem Heimturnier griff der 38-Jährige wiederholt daneben oder leistete sich abenteuerliche Ausflüge aus dem Sechzehner. Im Land wurden vermehrt Stimmen laut, dass Neuers Zeit als Nummer eins der Nationalelf vorbei sei. Viele Experten sprachen sich für einen Wechsel im Kasten aus, da mit Marc-André ter Stegen ein Keeper von absolutem Weltklasseformat bereitsteht.

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Doch Julian Nagelsmann legte sich sowohl früh als auch klar auf Neuer als Nummer eins der EM-Elf fest. Dieser wurde in der Auftaktpartie gegen Schottland (5:1) quasi nicht gefordert, war beim Eigentor von Antonio Rüdiger absolut chancenlos. Auf einer Pressekonferenz der Nationalelf verriet der Bayern-Keeper nun, wie er die Diskussion um seine Person wahrgenommen hat.

Vertrauen der Mitspieler vorhanden

„Ich habe Debatten eher von außen betrachtet und es vermieden, etwas darüber zu lesen. Ich habe es immer schon so gehalten, dass ich mit den Verantwortlichen in die Analyse gehe, wir die Bilder anschauen und dann bewerten. Daher habe ich mir über die Diskussion keine Gedanken gemacht. Wichtig ist mir das Vertrauensverhältnis zwischen meinen Mitspielern, dem Trainerteam und mir und da ist das Vertrauen nach wie vor sehr groß. Daher war der Fokus von mir auf das Spiel gerichtet“, erklärte der Nationaltorwart.

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Mit seinem Teamkameraden und Herausforderer ter Stegen habe er keine Probleme: „Wir verstehen uns gut und wichtig ist, dass man zusammenhält. Diese Diskussionen helfen uns auch als Mannschaft nicht. Das Training mit der Torwartgruppe macht Spaß und alle pushen sich gegenseitig zu Topleistungen. So soll es sein.“

Möglicher DFB-Abschied?

Eine Prognose, wie weit es für das deutsche Team gehen könnte, wollte der gebürtige Gelsenkirchener nicht abgeben. „Wir haben gegen Schottland von Anfang an Dominanz ausgestrahlt, das frühe Tor hat gutgetan. Es ist auch ein gutes Zeichen, dass sich jeder über das Gegentor geärgert hat. In den nächsten Spielen wird es aber deutlich schwerer werden“, so Neuer.

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Unabhängig vom Ergebnis des Turniers wird allgemein angenommen, dass die Europameisterschaft wohl Neuers letztes Turnier im Kreis der Nationalelf sein wird. Einen Rücktritt im Juli schloss der 38-Jährige auf Nachfrage nicht aus. „Ich werde mir meine Gedanken machen. Aktuell kann ich es noch nicht sagen“, so Neuer.

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