„Widerwillig“: Werner hatte bei Bayern unterschrieben

Timo Werner hatte seine Zukunft schon dem FC Bayern verschrieben, wechselte aber bekanntlich nicht nach München. Sein Berater und Uli Hoeneß spielten eine entscheidende Rolle.

Timo Werner im Einsatz für den FC Chelsea
Timo Werner im Einsatz für den FC Chelsea ©Maxppp

Der FC Bayern und Timo Werner schlossen in der Saison 2018/19 offenbar einen ab Sommer 2020 gültigen Vertrag ab, der in der Folge wieder gekündigt wurde. Das berichtet der ‚Spiegel‘, der sich auf Unterlagen beruft, die durch einen millionenschweren Gerichtsstreit publik wurden.

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Die Auseinandersetzung läuft zwischen Werner-Berater Karlheinz Förster und Murat Lokurlu, der laut eigener Aussage am Transfer zum FC Chelsea mitgewirkt hat. Die erste Verhandlungsrunde ist für die kommende Woche angesetzt.

Hoeneß verhandelte eigenmächtig

Ein brisanter Auszug aus den Prozessunterlagen lautet: „Timo Werner hatte still und heimlich auf Drängen des Klägers (Förster, Anm. d. Red.) – der Spieler war davon nicht zu sehr begeistert – zwischenzeitlich bereits bei dem FC Bayern München einen befristeten Arbeitsvertrag … unterschrieben.“

Förster soll Werner also zur Unterschrift gedrängt haben, obwohl dieser nicht von einem Wechsel nach München überzeugt war. Der Nationalspieler habe „widerwillig unterschrieben“ und erst in der Folge erfahren, dass Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht hinter einem Transfer standen.

Treibende Kraft in den Verhandlungen sei der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß gewesen. Werner, heißt es weiter, forderte Förster schließlich „vehement“ dazu auf, den Vertrag aufzulösen – mit Erfolg. Der heute 25-Jährige verlängerte 2019 bei RB Leipzig und wechselte im Sommer 2020 für 53 Millionen Euro zum FC Chelsea.

Liverpool pokerte mit

Die einzige Option in England waren die Londoner nicht. Aus dem ‚Spiegel‘-Bericht geht hervor, dass auch Vereine wie der FC Barcelona, Manchester United und der FC Liverpool konkrete Bemühungen unternahmen, mitunter „diskret im Hintergrund“, um die FIFA-Statuten zu umgehen, die für Verhandlungen eine Zustimmung des aktuellen Vereins fordern.

So enthielt ein zweites, nachgebessertes Angebot aus Liverpool eine Laufzeit von fünf Jahren, ein Gehalt von zwölf Millionen Euro pro Saison, Bonuszahlungen von mehr als 25 Millionen sowie zwölf Millionen Vermittlungsprovision.

Der Deal scheiterte, Liverpools Sportdirektor unterrichtete Lokurlu per Whatsapp, dass sich RB-Trainer „Ralf Rangnick bei seinem Liverpooler Kollegen Jürgen Klopp gemeldet und ihm erzählt [hätte], dass der Berater Karlheinz Förster ihm von den eigentlich geheimen Verhandlungen der Engländer mit Timo Werner berichtet habe“. Es fühle „sich so an, als ob es auf Bayern hinausläuft und wir nur als Absicherung dienen“, meint der Funktionär.

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