Mit Geduld zum Toptorjäger: Boadu auf dem Weg Richtung Großklubs

Der europäische Fußball legt eine Zwangspause ein. FT blickt deshalb auf die Durchstarter und aufstrebenden Stars der Saison. Heute im Fokus: Myron Boadu von AZ Alkmaar.

Mit Geduld zum Toptorjäger: Boadu auf dem Weg Richtung Großklubs
Mit Geduld zum Toptorjäger: Boadu auf dem Weg Richtung Großklubs ©Maxppp

Um den Durchbruch im Profi-Fußball zu schaffen, müssen junge Talente einiges mitbringen. Im Fall von Myron Boadu unter anderem zwei Jahre Geduld und ein großes Maß an Schmerzresistenz. Denn zweimal wurde der 19-Jährige in seiner noch jungen Karriere bereits von schweren Verletzungen zurückgeworfen.

Das erste Mal 2017, kurz nach seiner Beförderung in den Profikader von AZ Alkmaar, als er sich noch vor Saisonbeginn schwer am Knie verletzte. Aus einer potenziellen Debütsaison wurde so ein Jahr voller Reha-Maßnahmen. Immerhin: Am letzten Spieltag der Saison durfte Boadu sein Profidebüt feiern.

Weitere Einsätze folgten in der nächsten Saison. Das Fußballjahr 2018/19 hätte für den Stürmer kaum besser starten können. Drei Tore schoss Boadu an den ersten fünf Spieltagen, zwei Tore legte er auf. Seine Leistungen sorgten für Aufsehen und der Niederländer mit ghanaischen Wurzeln schien sich den Status eines Toptalents zu sichern. Dann der nächste Schock: Knöchelverletzung, fast ein halbes Jahr Pause. Um Boadu wurde es still.

Durchbruch mit Verzögerung

Mittlerweile umgibt ihn mehr Lärm denn je – medialer Trubel, Transfergerüchte und vor allem Torjubel. 39 Mal stand er in dieser Saison bereits auf dem Platz, 20 Mal traf er selbst, 13 Treffer legte er auf. Bei Alkmaar, das überraschend punktgleich mit Ajax Amsterdam auf Platz zwei der Eredivisie steht, ist der Stürmer einer der Schlüsselspieler der Offensive und bester Torschütze. Im ligainternen Vergleich rangiert er auf Platz zwei.

Boadus aktuelle Erfolgswelle kommt nicht von ungefähr. Der 19-Jährige, der während seiner Zeit in der Jugend von AZ bereits mit dem großen Dennis Bergkamp verglichen wurde, bringt alles mit: Schnelligkeit, mit der er sich gerne in den Rücken der Abwehr schicken lässt, einen starken Abschluss mit rechts wie links und die technischen Fähigkeiten sich auch auf engem Raum zu behaupten. Gleichzeitig beweist Boadu immer wieder ein gutes Auge für seine Mitspieler.

Qualitäten, die ihn bis in die niederländische Nationalmannschaft gebracht haben. Im November debütierte der gebürtige Amsterdamer für die Elftal gegen Estland und besorgte mit seinem Premierentor den 5:0-Endstand.

Kritik von Klub-Legende

Bei allem Lob kommt Boadu aber auch nicht ohne Kritik aus. Als er und der Rest der AZ-Offensive unter Torarmut litt, nahm Krees Kist – Ex-Stürmer und Klublegende von Alkmaar – das Talent und seine Kollegen in die Pflicht: „Wenn es nicht klappt, musst du hart arbeiten und mit Fanatismus in dein Spiel gehen. Das fehlt zurzeit. Sie sind Schönspieler, aber müssen verstehen, dass man nur mit harter Arbeit aus so einer Phase wieder herauskommt.“

Hohe Ablöse erwartet

Geholfen haben die mahnenden Worte zwar noch nicht (Boadu kommt seitdem auf nur ein Tor), dennoch hat sich der Marktwert des 19-Jährigen vervielfacht. Niederländische Experten rechnet damit, dass Boadu bei einem Transfer mehr als 25 Millionen Euro einbringen wird. Vage Gerüchte um namhafte Interessenten gibt es bereits: Juventus Turin, Ajax Amsterdam und jüngst Bayer Leverkusen.

Dass der Stürmer Alkmaar in Zukunft verlassen wird, scheint klar. Wann das geschehen wird, ist hingegen offen. Die aktuelle Krise rund um das neuartige Coronavirus erschweren die Kaderplanung zahlreicher Vereine. Boadu wird das wohl nur wenig stören. Denn dass er geduldig sein kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren unter Beweis gestellt.

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