Retter in der Not: Eberls Kader-Baustellen bei den Bayern

von Dominik Schneider
3 min.
RB Leipzig Max Eberl 2324 @Maxppp

Beim FC Bayern wird ab dem 1. März ein neuer Sportvorstand das Zepter in die Hand nehmen. Max Eberl soll für Erfolg, Ruhe und Kontinuität sorgen. Dabei muss er vor allem einige Stellschrauben am Kader neu justieren.

Der Nachfolger für den im Mai 2023 entlassenen Hasan Salihamidzic hat lange auf sich warten lassen. Nun haben die Verantwortlichen des FC Bayern gestern – fast pünktlich zum heutigen 124. Geburtstag des Vereins – Vollzug vermeldet. Max Eberl tritt zum 1. März offiziell den Job als Sportvorstand beim Rekordmeister an.

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Für den Funktionär überweisen die Bayern dem Vernehmen nach 3,5 Millionen Euro Ablöse an RB Leipzig. Und diese Investition soll sich möglichst zeitnah rechnen. Auf Eberl kommen einige große Aufgaben zu. Abseits der schweren Trainersuche muss auch am Kader gebastelt werden. FT wirft einen Blick auf die größten Baustellen.

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Linker Außenverteidiger

Die Flügelposition hinten links muss wohl neu besetzt werden. Dort stehen mit Alphonso Davies (23) und Raphaël Guerreiro (30) zwei Top-Spieler mit unterschiedlichem Profil zur Verfügung. Sollte Davies tatsächlich seine Zelte in München abbrechen und zu Real Madrid wechseln, müsste aber zwangsläufig ein neuer Linksverteidiger mit viel Tempo eingekauft werden. Dass Frans Krätzig (21) nach seiner Leihe zu Austria Wien schon eine tragende Rolle einnehmen wird, ist eher unwahrscheinlich.

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Defensives Mittelfeld

Ein Thema, das Thomas Tuchel seit Sommer verfolgt hat, ist die sogenannte Holding Six. Ein Sechser, der richtig dazwischenhauen kann, dabei aber auch den spielerischen Ansprüchen der Bayern gerecht wird. Inzwischen stellt sich die Frage, ob tatsächlich ein Hochkaräter kommen muss. Denn Aleksandar Pavlovic (19) macht die Frage womöglich obsolet. Der Youngster spielt hervorragend und hat zuletzt beim 2:1-Sieg gegen RB Leipzig gezeigt, dass er auch auf allerhöchstem Niveau nicht nur mithalten, sondern auch positiv auffallen kann.

Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Eberl hier aktiv werden muss. Grund dafür könnten potenzielle Abgänge von Leon Goretzka (29) oder Joshua Kimmich (29) sein. An beiden Nationalspielern sind Vereine aus dem Ausland interessiert. Nach der Saison soll eine große Kaderanalyse stattfinden. Auch die Zukunft der beiden Mittelfeldspieler beim FCB soll dann kritisch hinterfragt werden.

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Flügelpositionen

In der Offensive könnte ein mittelgroßer Umbruch stattfinden. Leroy Sané (28) steht nur noch bis 2025 unter Vertrag. In der Hinrunde überzeugte der schnelle Dribbler auf allen Ebenen. Seit dem Jahreswechsel verfällt er aber wieder in seinen alten Trott. Eberl muss gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund entscheiden, ob man mit Sané nochmal eine hochdotierte Vertragsverlängerung aushandelt oder versucht, ein Jahr vor Vertragsende eine anständige Ablöse zu generieren.

Auch hinter Serge Gnabry (28) steht ein großes Fragezeichen. Der gebürtige Stuttgarter durchlebt eine echte Seuchensaison. Weniger als 500 Einsatzminuten konnte Gnabry wettbewerbsübergreifend sammeln. Vielleicht stehen auch bei ihm im Sommer die Zeichen auf Abschied. In dem Fall müsste Eberl definitiv nachlegen. Denn mit Kingsley Coman (27), Bryan Zaragoza (22) und dem eigentlich im Zentrum beheimateten Mathys Tel (18) wären nur noch drei Flügelstürmer vorhanden.

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Partner für Kane?

Gerüchte über ein Interesse des Tabellenzweiten an Serhou Guirassy (27) vom VfB Stuttgart reißen nicht ab. Mit dem Guineer im Kader wären die Bayern flexibler. Man könnte mit zwei Mittelstürmern auflaufen. Gleichzeitig würde es dem neuen Bayern-Trainer auch erlauben, Top-Torjäger Harry Kane (30) zu entlasten.

Da Eric Maxim Choupo-Moting (34) den Verein im Sommer nach Ablauf seines Vertrags verlassen wird, ist ohnehin mindestens ein Platz in der Offensive frei. Vielleicht wäre auch eine Rückholaktion von Joshua Zirkzee (22), der beim FC Bologna Aufsehen erregt, möglich. Für den Niederländer hatten sich die Bayern beim Verkauf eine Rückkaufoption gesichert. Ein positiver Teil des Erbes, das Salihamidzic seinem Nachfolger Eberl hinterlassen hat.

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