Nürnbergs Glücksbringer Erras: Vom Viertligaspieler zum Xhaka-Nachfolger?

Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen RB Leipzig am kommenden Sonntag ist der 1.FC Nürnberg seit 16 Spielen ungeschlagen. In all jenen Partien stand in Patrick Erras ein Eigengewächs in der Startelf. Das ändert sich nun schlagartig.

Max Eberl muss bei den Vertragsgesprächen auf die Bremse treten
Max Eberl muss bei den Vertragsgesprächen auf die Bremse treten ©Maxppp

Seit dem Zweitligadebüt des bisherigen Regionalligaspielers Patrick Erras vor genau fünf Monaten hat der 1. FC Nürnberg keine Partie mehr verloren. Damals stand der ‚Club‘ auf Rang zehn, der neue Sportvorstand Andreas Bornemann meinte bereits eindeutig: „Wir brauchen nicht vom Aufstieg zu reden.“

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Nach mittlerweile 26 Spieltagen sieht die Lage bedeutend besser aus. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger VfL Bochum belegen die Franken Rang drei. Am kommenden Sonntag kommt es zum Schlagerspiel gegen Spitzenreiter RB Leipzig. Mit einem Sieg gegen den Topfavoriten bekämen die Hoffnungen auf die Bundesliga-Rückkehr des neunmaligen deutschen Meisters neue Nahrung.

Kreuzbandriss ändert die Lage

Entscheidenden Anteil daran hat der erst 21-jährige Erras, der seit dem elften Spieltag im Mittelfeld der Nürnberger für Ordnung sorgt. Mit seinen 1,96 Metern ist der Schlaks insbesondere in der Luft eine Waffe und hält die zweitligaüblichen langen Bälle von der Abwehrreihe fern. Zudem traf Erras bereits fünfmal selbst. Bitter: Der Shootingstar riss sich just beiim heutigen Donnerstagstraining das Kreuzband im rechten Knie und wird Monate lang ausfallen.

Bereits kurz nach seinem Profidebüt wurden Gerüchte laut, Werder Bremen wolle Erras als neuen Eckpfeiler im ‚grün-weißen‘ Mittelfeld aufbauen. Mit seiner Vertragsverlängerung bis 2018 kurz vor Weihnachten machte das Eigengewächs jedoch deutlich, dass es sich beim ‚Club‘ wohlfühlt. So freue er sich „auf die nächsten Jahre in rot-schwarz“.

Aderlass im Fohlenstall?

Verlockender könnte nun aber das vom ‚kicker‘ kolportierte Interesse von Borussia Mönchengladbach sein. Die ‚Fohlen‘ haben in Havard Nordtveit bereits einen Sechser verloren, den Norweger zieht es wohl zu West Ham United. Auch Kapitän Granit Xhaka ist heiß umworben, für ihn werden horrende Preise gehandelt. Mo Dahoud soll derweil auf dem Zettel von Borussia Dortmund sowie spanischen Klubs stehen, auch wenn Manager Max Eberl dem einen Riegel vorschob.

Als direkter Nachfolger für Xhaka wäre Erras wohl nicht gedacht. Zum einen handelt es sich um zu unterschiedliche Spielertypen. Xhaka ist zwar ähnlich stark im Zweikampf wie Erras, doch bringt der Schweizer zusätzlich brillante strategische Fähigkeiten mit. Zum anderen ist es Erras' Kreuzbandriss, der die Karten neu mischt. Als defensiver Part einer Doppelsechs könnte der Nürnberger wohl eher in die Rolle Nordtveits schlüpfen. Derzeit agiert dieser jedoch in der Innenverteidigung.

FT-Meinung: Der für gewöhnlich gut informierte ‚kicker‘ hat auch hier wieder eine interessante Story aus dem Hut gezaubert. Betrachtet man die Abgabenseite der Borussia, ist die Verpflichtung eines aufstrebenden Zweitligakickers stets eine Alternative. Zudem hat man sich am Niederrhein auf die Fahnen geschrieben, weiter auf junge und entwicklungsfähige Spieler zu setzen. In dieses Raster passt Patrick Erras allemal.

Der größte Haken, von dem das Fachmagazin bei Veröffentlichung der News noch nicht wissen konnte: Die schwere Knieverletzung wird Erras wohl mindestens ein halbes Jahr außer Gefecht setzen. Angesichts dieser Ausfallzeit fällt die Wahrscheinlichkeit eines Transfers schlagartig. Kaum vorstellbar, dass einem Mann, der vor einem halben Jahr noch in der vierten Liga kickte, nach solch einer Verletzung gleich der Durchbruch bei einem Top-Sechs-Verein der Bundesliga gelingt.

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