Das Meisterstück der Spinne: Álvarez auf dem Sprung nach Europa?

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kürte sich Julián Álvarez zum argentinischen Meister. Der 21-Jährige ist Topscorer, Toptorschütze und Topvorlagengeber der argentinischen Liga – und bald im Trikot eines europäischen Topklubs zu sehen?

Julián Álvarez geht für River Plate auf Torejagd
Julián Álvarez geht für River Plate auf Torejagd ©Maxppp

Der Konfettiregen hatte sich gerade erst auf den Rasen des Estadio Monumental in Buenos Aires gelegt, als Leonardo Ponzio vor die Kameras trat. „Wir mussten nur noch den letzten Schritt nehmen – den schwierigsten – aber wir waren der Aufgabe gewachsen. In diesem Beruf kann man sich nicht mehr wünschen. Ich bin so glücklich“, so der Kapitän von River Plate bei ‚ESPN‘.

Unter der Anzeige geht's weiter

Der angesprochene „letzte Schritt“ war ein 4:0-Sieg gegen Racing Club, durch den sich River in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vier Spieltage vor Saisonende zum argentinischen Meister krönte. Neben Ponzio stand zu diesem Zeitpunkt der Mann, dem er den Titel zu großen Teilen zu verdanken hatte: Julián Álvarez, auf seinem Kopf ein Zylinder in den Klubfarben von River.

Pure Dominanz

Der 21-Jährige profitierte im Sommer von Rafael Borrés Abgang zu Eintracht Frankfurt und spielte sich in der Mannschaft von Trainer Marcelo Gallardo fest. Dennoch erlebte Álvarez einen durchwachsenen Saisonstart: Nur zwei Tore standen nach den ersten acht Spieltagen für den Stürmer zu Buche.

Es folgte eine Länderspiel-Abstellung Anfang September, die für Álvarez alles verändern sollte. Denn der junge Argentinier kehrte wie verwandelt von der Albiceleste zurück. Zwölf Spieltage sind seitdem vergangen, 15 Mal traf Álvarez selbst, sechs Tore legte er auf. 34 von möglichen 36 Punkten holte River Plate in diesem Zeitraum. Der Rechtsfuß ist damit nicht nur Meistermacher, sondern auch Topscorer, Toptorschütze und (geteilter) Topvorlagengeber der argentinischen Liga.

Interesse aus Europa

Es sind Leistungen, die längst das Interesse internationaler Topvereine geweckt haben. Allein beim jüngsten 4:0-Sieg gegen Racing sind laut ‚Mundo Deportivo‘ Vertreter von Juventus Turin, Atlético Madrid, Inter und AC Mailand sowie den Premier League-Klubs Newcastle United und Norwich City anwesend gewesen, um Álvarez zu beobachten.

Auch mit Bundesligisten wurde der 21-Jährige bereits in Verbindung gebracht: Der FC Bayern, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sollen die Fühler ausgestreckt haben.

Wechsel dank Ausstiegsklausel?

Die Erwartungshaltung innerhalb der Branche ist, dass einer der interessierten Vereine auf dem Wintertransfermarkt ernst machen wird. Zumal River aufgrund einer Ausstiegsklausel im Fall der Fälle machtlos wäre. Laut ‚TyC Sports‘ liegt diese in Höhe von 20 Millionen Euro, fünf Tage vor Transferschluss erhöhe sie sich auf 25 Millionen. Für weniger werde man Álvarez nicht abgeben.

In Buenos Aires hat man aber offenbar die Hoffnung noch nicht aufgegeben, „die Spinne“ – wie Álvarez in seiner Heimat genannt wird, weil es schon immer schien, als spiele er mit mehr als zwei Beinen – halten zu können. Sogar eine Verlängerung des 2022 auslaufenden Vertrags ist laut ‚TyC Sports‘ nicht gänzlich vom Tisch.

Wie es mit dem Angreifer weitergeht, ist also noch unklar. Genauso wie die Frage danach, welche sportliche Rolle Álvarez bei einem europäischen Topklub einnehmen könnte. Denn zwar ist die Technik und Abschlussstärke des Argentiniers auf adäquatem Niveau, mit 1,70 Metern Körpergröße ist er aber eigentlich zu klein, um als klassischer Neuner in Europa aufzulaufen. Álvarez könnte auf die Flügel ausweichen, ein klassischer Außenbahnspieler ist er aber nicht. Zudem absolvierte die Spinne ihre besten Spiele im River-Trikot im Sturmzentrum.

Rund einen Monat hat Álvarez noch Zeit, um in Ruhe über seine Zukunft nachzudenken, dann öffnet das Transferfenster. Aktuell wird er aber andere Dinge im Kopf haben. Schließlich hat sich der Konfettiregen gerade erst auf den Rasen des Estadio Monumental gelegt.

Weitere Infos

Kommentare