Verpokert? Götzes leiser Abstieg

Im vergangenen Sommer versuchte Borussia Dortmund vergeblich sich mit Mario Götze auf einen neuen Vertrag zu einigen. Mittlerweile kann man sagen, dass der 27-Jährige sich verpokert hat. Im Zuge der Coronakrise droht dem einstigen Supertalent ein leiser Abstieg.

Nur noch Statist beim BVB: Mario Götze
Nur noch Statist beim BVB: Mario Götze ©Maxppp

„Ich glaube, er muss kleine Brötchen backen – sowohl vom Verein als auch vom Gehalt“, schließlich würden „Spitzenvereine nicht auf Mario Götze warten“ – so lautete vor wenigen Tagen die Einschätzung von Lothar Matthäus zum Edeltechniker von Borussia Dortmund.

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Matthäus‘ Worte fassen die Situation des Weltmeisters von 2014 treffend zusammen. Internationale Topklubs stehen nicht mehr Schlange, um Götze mit Geld zu überschütten. Inter Mailand hat mittlerweile Abstand von einer möglichen Verpflichtung genommen. Vor rund neun Monaten sah die Situation noch ganz anders aus.

Veränderte Vorzeichen

Im vergangenen Sommer wähnte sich Götze noch in einer starken Verhandlungsposition. In der zu Ende gegangenen Spielzeit 2018/19 spielte der Offensivkünstler mit 14 Scorerpunkten in 26 Bundesligaspielen seine beste Spielzeit im Schwarz-Gelben Dress seit seiner Rückkehr im Sommer 2016. Zu großen Gehaltseinbußen im Falle einer Verlängerung war Götze, der beim BVB rund zehn Millionen Euro pro Jahr einstreicht, scheinbar nicht bereit.

Mittlerweile kann hat der einstige BVB-Hoffnungsträger quasi keine Argumente mehr. Sportlich spielt er in Dortmund keine Rolle. Lediglich 600 Spielminuten stehen für Götze nach 19 Pflichtspielen auf dem Konto, ein einziges davon durfte er über die volle Distanz bestreiten. Nur in fünf Partien schaffte er es unter Lucien Favre in der Startelf.

Abschied von der großen Bühne

Im Sommer läuft Götzes Kontrakt bei der Borussia nach vier Jahren aus. Vom einstigen Glanz aus der ersten erfolgreichen BVB-Zeit ist nicht mehr viel geblieben. Sollte die Fußballsaison nicht mehr fortgeführt werden, war die Einwechslung in der 87. Minute bei der 0:2-Niederlage gegen Paris St. Germain Götzes letzter Auftritt für die Schwarz-Gelben. Vielleicht war es für den 27-Jährigen auf absehbare Zeit dann auch der letzte Auftritt in der Champions League.

Leverkusen-Interesse eine Ente

Das zuletzt kolportierte Interesse von Bayer Leverkusen erwies sich als Ente. Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes schloss eine Verpflichtung am gestrigen Donnerstag aus: „Mario Götze ist ein guter Spieler, mit dem ich auch in der Nationalmannschaft gespielt habe. Aber er ist bei uns kein Thema.“

Statt regelmäßigen Auftritten in der Königsklasse könnte sich Götze künftig mit dem normalen Alltag eines Mittelklasse-Klubs konfrontiert sehen, ob im In- oder Ausland ist unklar. Für den WM-Helden von 2014 ein leiser Abstieg. Ein Happy End ist zurzeit nicht absehbar.

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