Ausgebremst: Bayern-Kandidat Neuhaus im Formtief

Florian Neuhaus geht durch die erste echte Formkrise seiner Karriere – weder bei Borussia Mönchengladbach noch beim DFB läuft es für den Mittelfeldmann. Geht das so weiter, könnte der erhoffte nächste Schritt vorerst Wunschdenken bleiben.

Florian Neuhaus vor Spielanpfiff
Florian Neuhaus vor Spielanpfiff ©Maxppp

Zugegeben: Die Aussagekraft von zehn Spielminuten ist überschaubar – umso mehr, wenn es bei der Einwechslung schon 3:0 steht und das Spiel gelaufen ist. Und trotzdem. Der Eindruck, den Florian Neuhaus bei seinem Kurzauftritt in der DFB-Elf gegen Nordmazedonien (4:0) hinterließ, war kein guter und ist bezeichnend für die aktuelle Situation des Ballverteilers.

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Neuhaus, das ist kaum zu übersehen, fehlt das Selbstvertrauen. Und das aus gutem Grund, schließlich will es für den 24-Jährigen auf Vereinsebene bei Borussia Mönchengladbach einfach nicht laufen. Zu Saisonstart noch gesetzt in der Mittelfeldzentrale ließ Fohlen-Trainer Adi Hütter Neuhaus zuletzt zweimal 90 Minuten lang auf der Bank schmoren.

Gladbach stark ohne Neuhaus

Das hatte Aussagekraft, immerhin hießen die Gegner Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg. Zu allem Überfluss gewann Gladbach beide Spiele – Hütter kann also für sich in Anspruch nehmen, mit seiner Maßnahme Recht behalten zu haben. Fakt: Seit Neuzugang Manu Koné (20) Neuhaus vorgezogen wird, läuft es für die Borussia richtig gut.

Fußballerisch – das wird Hütter nicht anders sehen – ist sein DFB-Kicker über alle Zweifel erhaben. An guten Tagen kann Neuhaus ein Spiel im Mittelfeld an sich reißen, was unter Ex-Trainer Marco Rose immer wieder zu sehen war. Dazu braucht es allerdings Selbstvertrauen sowie ein zu den individuellen Fähigkeiten passendes Spielsystem. An beidem hapert es.

Neuhaus braucht Ballbesitz und ausreichend Aktionszeit, um seine Qualitäten voll entfalten zu können. Hütters Konter- und Pressing-Fußball erfordert allerdings energische Zweikampfführung und schnelles Umschalten. Koné und Nebenmann Denis Zakaria (24) sind dem Deutschen in dieser Hinsicht voraus.

Keine Argumente für Bayern-Wechsel

Es ist eine vertrackte Situation für Neuhaus. Irgendwie muss sich der ballgewandte 1,85-Mann mit dem Hütter-Fußball arrangieren, sich ein Stück weit neu erfinden. Andererseits ist ein Spieler stets am besten damit gefahren, wenn er sich fußballerisch treu bleiben kann.

So warten auf Neuhaus wegweisende Wochen und Monate. Er galt als heißer Kandidat für den vielzitierten nächsten Schritt zum FC Bayern im kommenden Sommer – in der aktuellen Situation fehlen allerdings eindeutig die Argumente, um eine höhere Karriere-Etage zu rechtfertigen.

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