Trotz Champions League: Fällt die Eintracht auseinander?

Trainer Adi Hütter verlässt Eintracht Frankfurt auf dem sportlichen Höhepunkt und wechselt zu Borussia Mönchengladbach. Es wird wohl nicht der letzte Abgang einer Schlüsselpersonalie bei der SGE sein.

Adi Hütter kam 2018 aus der Schweiz nach Frankfurt
Adi Hütter kam 2018 aus der Schweiz nach Frankfurt ©Maxppp

Knapp fünf Jahre ist es her, dass Eintracht Frankfurt in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg dem Abstieg nur knapp entkommen konnte. Mittlerweile steht der Klub mit einem Bein in der Champions League – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Einer rasanten sportlichen Entwicklung unter Fredi Bobic sei Dank, der nach dem Beinahe-Abstieg bei der SGE als Sportlicher Leiter übernommen hatte.

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Eigentlich gibt es bei den Frankfurtern also jeden Grund zur Freude und dennoch war da in den vergangenen Wochen dieses flaue Gefühl in den Bäuchen vieler Fans. Spätestens seit dem heutigen Dienstag wird dieses Gefühl einer explosiven Wut-Angst-Mischung gewichen sein.

Hütter-Abgang fix

Wut, weil nun klar ist, dass Erfolgstrainer Adi Hütter von seiner 7,5 Millionen Euro schweren Ausstiegsklausel Gebrauch machen und zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird, anstatt mit Frankfurt in der Königsklasse anzutreten. Weil Hütter erst Ende Februar erklärt hatte, dass er bleiben wird und weil seine Entscheidung nun ausgerechnet vor dem Duell beider Mannschaften am kommenden Samstag publik gemacht wurde.

Angst, weil die Eintracht droht, auf ihrem sportlichen Höhepunkt auseinanderzubrechen. Denn Hütter ist nicht die einzige Schlüsselpersonalie, die im Sommer den Klub verlassen wird. Der Abschied von Sportdirektor Bruno Hübner nach zehn Jahren SGE ist bereits besiegelt. Noch wichtiger: Bobic will ebenfalls weg. Um den Sportvorstand ist ein Transfer-Tauziehen zwischen Hertha BSC und der Eintracht entbrannt, das die Berliner – gegen die Zahlung einer üppigen Ablöse – wohl gewinnen werden.

Tabula rasa also auf der Funktionärsebene, deren neue Besetzung noch unklar ist. Einzig die Beförderung von Chefscout Ben Manga zum Sportdirektor ist in trockenen Tüchern. Für die Eintracht, deren positive Entwicklung der vergangenen Jahre mit personeller Kontinuität einherging, ist die Fallhöhe nun entsprechend hoch.

Begehrte Topspieler

Zumal sich auch in der Mannschaft wichtige Abgänge abzeichnen könnten. Leistungsträger wie André Silva oder Filip Kostic sind im Visier der großen Klubs, Leihstürmer Luka Jovic wird im Sommer vorerst zu Real Madrid zurückkehren. Evan N’Dicka wird von Premier League-Klubs umworben und konnte sich mit der SGE bislang nicht auf die Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrags einigen.

Zuletzt erklärte Hütter zwar noch, dass mit der Champions League-Qualifikation auch die Chancen auf den Verbleib der Topspieler wachse. Mittlerweile kann dieses Argument aber kaum noch zählen. Schließlich hätte der 51-Jährige sonst kaum bei Borussia Mönchengladbach unterschrieben.

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