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Ärger beim VfB: Labbadia und die Jungen Wilden

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Bruno Labbadia rettete den VfB Stuttgart in seiner ersten Saison vor dem drohenden Abstieg. In der vergangenen Spielzeit qualifizierte er sich mit den Schwaben für die Europa League. Nicht erst nach dem schwachen Saisonstart in der laufenden Runde bläst dem 46-Jährigen jedoch heftiger Gegenwind ins Gesicht.

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Bruno Labbadia bevorzugt erfahrene Spieler
Bruno Labbadia bevorzugt erfahrene Spieler
©Maxppp

Der VfB Stuttgart steht zu Saisonbeginn wieder einmal mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig wächst die Kritik an Trainer Bruno Labbadia. Neben den fehlenden Ergebnissen in der Liga wird dem Coach vermehrt vorgeworfen, zu wenig auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Nahrung bekommt die Kritik durch zwei Mitarbeiter der erfolgreichen VfB-Jugendabteilung. Der langjährige Chef der Jugendakademie Frieder Schrof reichte nach 28 Jahren seine Kündigung ein, Thomas Albeck, Leiter des Nachwuchszentrums, tat es ihm gleich. Beide wechseln spätestens im kommenden Sommer zu Red Bull Leipzig.

Grund für den Weggang nach Jahrzehnten beim VfB ist wohl die von Labbadia geschaffene Situation. Unter dem ehemaligen Stürmer schaffte bis auf Torhüter Sven Ulreich kein Spieler aus der VfB-Jugend den Sprung in die Bundesliga. Labbadias Credo lautet: „Ein junger Spieler muss besser sein als ein älterer, um ins Team zu kommen.“ Eine eigenwillige Devise für einen Trainer, der bei einem Verein arbeitet, der seine größten Erfolge mit eigenen Nachwuchsspielern feierte und jährlich acht Millionen Euro in die Jugendarbeit investiert.

Vor der Saison 2011/12 statteten die Schwaben sieben ihrer größten Talente mit Profiverträgen aus. Eine neue Generation der ‚Jungen Wilden‘ sollte heranwachsen und dem VfB neue Erfolge auf dem Feld und in der Marketingabteilung bescheren. Allen voran in Raphael Holzhauser, Antonio Rüdiger und Kevin Stöger setzen die Verantwortlichen und Fans ihre Hoffnung. Doch Labbadia machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. In der laufenden Saison stand mit Holzhauser lediglich eines der Talente in einem Ligaspiel im Kader – zum Einsatz kam der Österreicher nicht.

Die Kündigungen der beiden Urgesteine Schrof und Albeck könnten ein Weckruf für die Verantwortlichen sein. Auf der Vereinshomepage wird Schrof vorgestellt mit den Worten: „Die größte Freude für ihn ist es, seine ehemaligen Jugendspieler in der Profimannschaft in der Mercedes-Benz Arena spielen zu sehen.“ In seiner Zeit als Nachwuchschef schafften 15 Akteure aus der VfB-Schule den Sprung in die deutsche A-Nationalmannschaft. Offenbar hatte der 57-Jährige für die kommenden Jahre wenig Hoffnung, dass ihm „seine größte Freude“ erneut zuteil wird.

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