In Hamburg geboren und in Hamburg das Fußballspielen erlernt spielte Jonathan Tah in den Visionen des Hamburger SV vor gar nicht allzu langer Zeit noch eine prägende Rolle. Gemeinsam mit Hakan Calhanoglu. Mit dem Duo verbanden Fans und Verantwortliche beim krisengeschüttelten ‚Dino‘ Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Da es für den Deutsch-Ivorer vergangene Saison aber noch nicht für die Bundesliga zu reichen schien, entschied man, ihn für eine Saison an Fortuna Düsseldorf zu verleihen. Einer durchaus überzeugenden Hinserie beim Zweitligisten folgte eine enttäuschende Rückrunde. Der Youngster ließ sich von der Unruhe bei der Fortuna aus dem Konzept bringen. Fehler häuften sich. Die Konstanz war weg.

Ein halbes Jahr später überzeugt Tah in der Bundesliga. Konstant. Allerdings nicht beim HSV, sondern bei Bayer Leverkusen. Ebenso wie der einstige Hoffnungsträger Calhanoglu. Tah übetrifft in seiner ersten Saison bei der ‚Werkself‘ alle Erwartungen. Unter Roger Schmidt ist er gesetzt. Sogar bei der Nationalmannschaft wird der 20-Jährige gehandelt.

Bayern erkundigt sich nach Vertragsdetails

Derartige Leistungen eines aufstrebenden designierten deutsche Nationalspielers rufen in der Regel zwangsläufig den FC Bayern auf den Plan. Dessen verletzungsbedingtes Tohuwabohu in der Innenverteidigung legt die Vereins-Stirn dieser Tage in Sorgenfalten. Im Sommer will man sich deshalb deshalb erneut verstärken – und wieder einmal in Leverkusen bedienen.

Nach ‚Express‘-Informationen hat sich der Rekordmeister bereits nach den den Vertragsdetails der 1,92-Meter-Abwehrkante erkundigt. Verhandlungen habe es zwar noch nicht gegeben, dennoch dürfe zeitnah mit einem konkreten Angebot gerechnet werden. Bei den Bayern wird Tah schon als neuer Boateng gesehen. Denn trotz seines wuchtigen Körpers verfügt das Nordlicht über eine enorme Schnelligkeit. Zudem ist er bockstark im Zweikampf und beeindruckt im Spielaufbau mit einer Bierruhe. Attribute, mit denen sich Boateng in der Vergangenheit das Prädikat Weltklasse verdiente.

Wo liegt Bayers Schmerzgrenze?

Bis 2020 unterschrieb Tah im Sommer im Rheinland. Zehn Millionen Euro überwies Leverkusen für seine Dienste an die Alster. Ein herausragendes Investment. Die Bayern dürften wissen, dass sie bei Sportdirektor Rudi Völler und Co. nur mit einem unmoralischen Angebot eine Chance haben. Es gilt, die Schmerzgrenze der Bayer-Verantwortlichen auszuloten. Der letzte Innenverteidiger, den die Münchner von der ‚Werkself‘ holten, war übrigens Lucio. Der Brasilianer prägte beim Ligaprimus eine Ära.