Weil Jean-Kévin Augustin und Nordi Mukiele vor der Europa League-Partie gegen Salzburg (2:3) nicht zur verabredeten Uhrzeit zum Umziehen in der Kabine erschienen und sie am Handy spielend auf der Auswechselbank saßen, betraten die Leipziger zwei Minuten nach der von der UEFA vorgegebenen Zeit zum Aufwärmen den Rasen. RB suspendierte die beiden Franzosen für das darauffolgende Spiel in Frankfurt (1:1). Der fünfstellige Strafbetrag wird an eine gemeinnützige Organisation gezahlt.

Sportdirektor Ralf Rangnick deutete an, dass es nicht um den ersten Fehltritt handelte: „Es kann halt sein, dass manche Spieler ein bisschen länger brauchen, ein bisschen öfter auf die heiße Herdplatte fassen müssen. Das scheint in dem Fall so zu sein, aber nochmal: Wir haben eine Mannschaft, die für ganz klare Regeln steht und deswegen blieb uns in dem Fall auch überhaupt keine andere Wahl.“

Augustins Liste der Vefehlungen

Der ‚Bild‘ zufolge gingen dem Handy-Fauxpas bereits vier andere Augustin-Aussetzer voraus. Im Herbst 2017 soll der Angreifer mehrfach zu spät zum Training erschienen sein, Behandlungstermine verpasst haben und stattdessen shoppen gegangen sein.

Intern soll der damalige Trainer Ralph Hasenhüttl seinen Unmut deutlich gemacht, Augustin aber weiter seine Freiheiten eingeräumt haben. In der Winterpause 2017/18 habe der U21-Nationalspieler dann nur einen Bruchteil des aufgetragenen Fitnessprogramms bestritten.

Den Unmut der Teamkollegen soll sich Augustin dann im Frühsommer dieses Jahres auf sich gezogen haben. Der 21-Jährige nahm Videos in Kabine und Behandlungszimmern auf, unter anderem sei Landsmann Dayot Upamecano zu sehen, dem nach einer Zahnuntersuchung Speichel aus dem Mund fließt.

In der Saisonvorbereitung im Sommer lässt es Augustin erneut schleifen, stiehlt sich laut ‚Bild‘ zudem mit einigen Teamkollegen aus dem Tiroler Trainingslager, um mit dem Taxi nach Innsbruck zu fahren. Darüber hinaus soll es Beschwerden gegeben haben, dass Timo Werner ein größeres Zimmer hatte.

Warnschuss von Rangnick

Rangnick sagte mit Blick auf die Suspendierung von Augustin und Mukiele: „Wenn man bedenkt, dass wir durch halb Europa geflogen sind und sechs Spiele schon in der Vorbereitung gespielt haben und dann Spieler die Vorbereitung auf ein Spiel nicht ernst nehmen, dann ist die Gesamtsituation pervers. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber sie wissen ja nicht, was wirklich vorgefallen ist. Ich weiß es und deswegen gab es jetzt auch die Sanktion. Die Dinge, die da jetzt passiert sind, da brauchst du einen 24-Stunden-Rundumbetreuer, der das dann eventuell verhindert.“ Allzu viele Fehltritte darf sich wohl vor allem Augustin nicht mehr erlauben. Das Eis in Leipzig ist dünn.