Im Anschluss an die desillusionierende 0:1-Pleite beim SC Freiburg vermied Dietmar Beiersdorfer ein Treuebekenntnis zu Bruno Labbadia. „Bruno Labbadia ist unser Trainer. Da muss ich ihm auch nicht jeden Tag Rückendeckung geben. Wir wollen uns darüber auseinandersetzen. Ganz oben steht der HSV, sonst keine“, ließ der Sportchef des Dinos nach der Partie wissen. Klar ist nur: Labbadia wird auch am Samstag beim Heimspiel gegen den FC Bayern auf der Bank sitzen. Was im Anschluss geschehen wird, ist offen. Die Tendenz geht aber dahin, dass Labbadia bei einer deutlichen Niederlage den Hut nehmen muss.

Zwangsläufig würde sich dann die Frage stellen, wer auf ihn folgen könnte. Der Name André Breitenreiter wurde in den vergangenen Tagen immer wieder genannt. Doch der langjährige HSV-Spieler ist nicht der einzige Coach mit Bundesliga-Erfahrung, der in den Gedankengängen der Sportlichen Führung eine Rolle spielt. Wie der ‚kicker‘ berichtet, ist auch Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim ein Thema an der Elbe. „Das Problem: Nagelsmann ist aktuell nicht zu bekommen und könnte frühestens im Sommer ein Thema werden“, schreibt der ‚kicker‘ weiter.

Schon vor eineinhalb Jahren soll Nagelsmann demzufolge auf der Hamburger Liste gestanden haben. Damals war der heute 29-Jährige ein Kandidat für den Posten als U23-Trainer. Hätte Joe Zinnbauer zu dem Zeitpunkt nicht von der Option Gebrauch gemacht, nach seinem gescheiterten Gastspiel bei den Profis wieder ins Regionalligateam zurückzukehren, stünde Nagelsmann womöglich bereits beim HSV unter Vertrag.

Es gilt nun abzuwarten, wie die Partie gegen die schier übermächtigen Bayern ausgehen wird. Selbst in Hamburg ist niemand so vermessen, von einem Erfolgserlebnis auszugehen. Sollte Labbadia dann gehen, müsste Beiersdorfer zeitnah eine Lösung präsentieren. Nach Wunsch des Vorstandsbosses hätte im Übrigen Bayern-Sportdirektor Michael Reschke im Sommer das Amt des Managers übernehmen sollen, heißt es im ‚kicker‘. Dieser habe allerdings einen Verbleib in München bevorzugt. Nun kreuzen sich die Wege erneut – und Reschke dürfte froh sein, sich gegen das fast schon traditionelle Chaos bei den Rothosen entschieden zu haben.