Ausgerechnet gegen seinen Lieblingsgegner durfte Paco Alcácer nicht mitwirken. Bislang knipste Dortmunds Nummer Neun in jedem Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg. Doch beim Rückrundenstart am gestrigen Samstag fehlte der Spanier im Kader des BVB. Wie Trainer Lucien Favre vor dem Spiel bestätigte, hatte er „nicht das Gefühl, dass er bereit ist, uns heute zu helfen“.

Noch nicht einmal der Einsatz als Joker wurde dem 26-Jährigen demnach zugetraut. Und so kam zusammen, was sich die Dortmunder Verantwortlichen wohl schöner nicht hätten ausmalen können. In der 56. Spielminute betrat Erling Haaland den Augsburger Rasen und schnürte binnen 20 Minuten einen Dreierpack.

Erinnerungen werden wach

Das Traumdebüt des norwegischen Neuzugangs weckte unweigerlich Erinnerungen an andere große Torjäger des BVB. Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und auch Paco Alcácer trafen bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg jeweils dreifach.

Die fabelhafte Torquote, die Alcácer in seiner Premierensaison für Schwarz-Gelb hinlegte, konnte der verletzungsanfällige Spanier zuletzt allerdings nicht mehr aufrecht erhalten. Nach einem erneut fabulösen Saisonstart mit sechs Treffern in den ersten fünf Pflichtspielen durfte Alcácer seither kein eigenes Tor mehr bejubeln.

Alcácer ist ersetzbar

Nach eineinhalb Jahren im Trikot der Schwarz-Gelben kann man festhalten, dass vor allem die häufigen Verletzungen dafür sorgen, dass bei Alcácer kein Spielrythmus zustande kommen kann. Immer wieder werfen kleinere und größere Wehwehchen den Knipser zurück.

Der BVB hat das Problem, zwar spät, aber dennoch erkannt und mit Erling Haaland dafür gesorgt, dass ein weiterer Goalgetter im Kader der Dortmunder steht. Mit dem Hattrick im gestrigen Spiel hat der Neuzugang eindrucksvoll gezeigt, dass mit ihm sofort zu rechnen ist.

Ausweg Valencia

Für Alcácer könnte das Kapitel Dortmund nun bald zu Ende gehen. Was vor wenigen Monaten noch weit entfernt schien, könnte schon bald Realität werden. Mit dem FC Valencia hat sein Heimatverein beim Spanier angeklopft und der in der Nähe der Hafenstadt aufgewachsene Torjäger scheint dem Lockruf folgen zu wollen.

Sportdirektor Michael Zorc öffnete Alcácer gestern ein Stück weit die Tür und sagte: „Wenn was auf dem Tisch ist, besprechen wir das mit dem Spieler, dem Berater und mit dem Klub, der interessiert ist.“ Es liegt am FC Valencia, den Borussen ein geeignetes Angebot vorzulegen.

Dem Vernhemen nach liegt die Forderung der Borussen bei 40 Millionen Euro. Die Fledermäuse wollen und können derzeit aber nur ein Leihangebot unterbreiten. Dies lehnt jedoch der Bundesligist kategorisch ab. Es bleibt abzuwarten, ob die beiden Parteien mit voranschreitendem Transfermarkt näher zueinander finden.