Es gab Zeiten, da ließ der VfB Stuttgart seine Top-Talente ohne große Gegenwehr ziehen. Joshua Kimmich beispielsweise wechselte für läppische 8,5 Millionen Euro zum FC Bayern. Heute ist der Nationalspieler wohl das zehnfache wert – mindestens. Oder ein Bernd Leno, den verkauften die Schwaben für 7,5 Millionen an Bayer Leverkusen.

Michael Reschke will die einstigen Fehler des VfB nicht wiederholen. Für den Sportvorstand ist klar, dass Top-Talente wie Benjamin Pavard Cannstatt erst verlassen sollen, wenn ein absoluter Topklub ruft und wenn die Kasse richtig klingelt. Mit Tottenham Hotspur, RB Leipzig, Borussia Dortmund und einigen mehr haben schon zahlreiche namhafte Klubs die Fährte aufgenommen.

Ben­ja­min Pa­vard ist ein­deu­tig auf dem Weg vom Aus­nah­me­ta­lent zum internationalen Top­spie­ler. Wir sind dabei ak­tu­ell der idea­le Klub für ihn – und das fühlt er auch. Wenn dann in der Zu­kunft ein­mal ein Klub der eu­ro­päi­schen Top 10 ech­tes In­ter­es­se an einer Ver­pflich­tung hat, wer­den wir uns se­ri­ös zu­sam­men­set­zen. Das wis­sen Ben­ja­min und sein Be­ra­ter“, gibt Reschke in der ‚Bild‘ die Marschroute vor.

In Sachen Ablöse macht der VfB-Manager zudem klar, dass nur ein äußerst lukratives Angebot erfolgreich sein könnte: „Wenn jetzt im Som­mer ein Klub glaubt, ihn für 30 Millionen Euro Ab­lö­se ver­pflich­ten zu kön­nen, hat sich die­ser Klub ge­irrt. Wir wür­den noch nicht ein­mal die Tür für ein Ge­spräch öff­nen. Ben­ja­min ist ein Herz­stück un­se­res Teams. Und wir wol­len ihn in der kom­men­den Sai­son auf jeden Fall im VfB-Dress sehen.“

FT-Meinung: Reschke gibt sich selbstbewusst und weiß den Marktwert von Pavard gut einzuschätzen. Dessen Vertrag läuft bis 2021, kann vom VfB per Option aber noch um zwei Jahre ausgedehnt werden. Wenn der Innenverteidiger irgendwann weiterzieht, werden die Stuttgarter dafür ordentlich entschädigt.