Vergangenen Sonntag wurde Valérien Ismaël zum Cheftrainer des VfL Wolfsburg befördert. Tags zuvor hatten die Wölfe 3:0 beim SC Freiburg gewonnen, der im heimischen Schwarzstadion bis dato noch keinen Punkt abgegeben hatte. Die Mannschaft überzeugte, vor allem aber sendete sie ein klares Signal an die Vereinsführung: Wir stehen hinter Ismaël. Dieses Vertrauen entgegnete schließlich auch der VW-Klub seinem bisherigen Interimstrainer – und beförderte ihn.

Glaubt man niederländischen Medien, ist der Franzose dennoch nicht als langfristige Lösung in der Autostadt gesehen. Wie die niederländische Fußballzeitschrift ‚ELF Voetbal‘ erfahren haben will, geht die Suche in Wolfsburg weiter, und führt auf den Regierungssitz des Königsreichs nach Den Haag.

Bei ADO Den Haag steht derzeit Zeljko Petrovic an der Seitenlinie. Der 50-Jährige war ehemals Co-Trainer unter Martin Jol beim Hamburger SV und sei nun ein Kandidat in Wolfsburg, berichtet die Zeitschrift. Allerdings heuerte der Montenegriner erst im Sommer beim Eredivisie-Klub an, mit bislang mäßigem Erfolg: 1,43 Punkte sammelte Petrovic aus den bisherigen 14 Partien. Zuvor war er Co-Trainer beim AFC Sunderland und bei der serbischen Nationalmannschaft, jeweils unter Dick Advocaat. Großes Vertrauen hatte die Vereinsführung in Den Haag aber offenbar nicht in Petrovic und stattete ihn lediglich mit einem Einjahresvertrag aus.

FT-Meinung: Weshalb der sehr mäßig erfolgreiche Petrovic überhaupt ein Kandidat in Wolfsburg sein sollte, ist nebulös. Zwar lernte er unter großen Namen in der Trainerbranche wie Advocaat, Guus Hiddink, Jol oder Ruud Gullit, Cheftrainer war der 50-Jährige bislang aber nur bei Boavista Porto, dem RKC Waalwijk, den Urawa Red Diamonds und jetzt in Den Haag – und das mit sehr überschaubarem Erfolg: 1,65 Punkte im Schnitt, nur 0,58 Jahre im Durschnitt im Amt. Und das alles unabhängig davon, dass Ismaël gerade erst bis 2018 beim VfL unterschrieb. Es gibt keinen schlüssigen Grund, aus dem die Wölfe sich mit Petrovic auch nur befassen sollten.