Der Supercup gegen den FC Bayern war für Eintracht Frankfurt ein Schuss vor den Bug. 5:0 hieß es am Ende für den Rekordmeister und war für die Verantwortlichen Anlass genug, den Kader noch einmal zu überdenken. Wenige Tage später gab es für drei Spieler die Mitteilung, von nun an in Trainingsgruppe zwei zu trainieren. Prominentestes Opfer der Degradierung: Marco Fabián.

Der Mexikaner stand im Supercup noch in der Startelf, doch er sollte keine Zukunft mehr in Frankfurt haben. Seit Januar 2016 steht der 29-Jährige bei den Hessen unter Vertrag, insgesamt 50 Pflichtspiele bestritt er. Die vergangene Saison war bislang seine schwierigste, da ihn Rückenprobleme mehr als ein halbes Jahr außer Gefecht setzten. Fabián kämpfte sich zurück und stand am Ende der Saison wieder in der Startelf.

Doch nach dem Debakel gegen die Bayern wurde der offensive Mittelfeldspieler zum Verkauf freigegeben. Eigentlich. Trainer Adi Hütter jedenfalls war kurz nach der Degradierung voll des Lobes für den mexikanischen Nationalspieler: „Das ist ein toller Spieler, ein super Typ. Marco hat sich in den letzten Wochen gut aufgedrängt.“ Trotzdem war ein Wechsel so gut wie sicher. Und es gab Interessenten. Sein alter Verein CD Chivas wollte ihn gerne nach Mexiko zurückholen und auch Fenerbahce trat an die Eintracht heran.

Geplatzter Wechsel in die Türkei

Fabián machte sich zum Medizincheck nach Istanbul auf, die Parteien waren sich einig, doch der Wechsel platzte. Der Rücken von Fabián sei das Problem, so die offizielle Version seitens Fenerbahce. Der Spieler und auch Manager Fredi Bobic sehen das anders: „Fünf Minuten vor Vertragsabschluss – alles war schon in der Vorwoche abgesprochen – sollten Änderungen am Vertrag vorgenommen werden, mit denen ich überhaupt nicht einverstanden war. Das gehört sich nicht, das war alles andere als korrekt, insofern war das Thema für mich erledigt“, so Fabián. „Es ist ein faules Ding, was da läuft. Vor allem für Marco Fabian, weil der Junge im Endeffekt so hingestellt wird, dass er gar nicht mehr Fußball spielen könnte“, meint Bobic.

Trotzdem ging es für Fabián zurück in die Trainingsgruppe zwei. In den ersten beiden Saisonspielen und im DFB-Pokal zählte er nicht zum Kader, dennoch will er sich durchsetzen, wie er nach dem geplatzten Transfer bestätigte: „Ich bedanke mich für die vielen Angebote, aber meine Entscheidung ist gefällt: Ich möchte hier bei der Eintracht bleiben.“ Und plötzlich stand er am gestrigen Freitag gegen Borussia Dortmund (1:3) in der Startelf. Die nächste überraschende Wendung im ereignisreichen Sommer von Marco Fabián.