Bereits vor einem Jahr berichteten norddeutsche Medien über Youssoufa Moukoko als Spieler, dessen „Namen man sich gegebenenfalls merken müsste“. Der 12-Jährige ist die Sensation in der Jugendabteilung des FC St. Pauli. Egal bei welchen Turnieren er mit den ‚Kiezkickern‘ aufschlägt, beim Aequitas-Cup des SSG Halvestorf im Dezember 2014 (14 Tore) oder beim internationalen U13-Jugendfußballturnier beim TSV Eintracht Immenbeck vor rund einem Jahr (sieben Tore), die Torjägerkanone ist dem ‚Wunderkind‘ sicher.

BVB schnappt zu

Patrick Williams von der Berateragentur ‚Sportsunited‘ gab im März zu Protokoll: „Wir wollen einen Klub finden, der einen Plan hat und ihn weiterbringt. Wir werden nichts übers Knie brechen. Es muss passen. An der Entscheidung müssen alle Spaß haben.“ Der passende Verein ist nun gefunden. Ab der kommenden Saison wird Moukoko die Gegner von Borussia Dortmund kurz und klein schießen.

In welche Jugendmannschaft er beim BVB einsortiert wird, entscheidet Nachwuchs-Abteilungsleiter Wolfgang Springer. In Hamburg durfte der für sein Alter ungewöhnlich athletische, robuste und schnelle Angreifer bereits für die U15 auflaufen und sich dort mit drei Jahre älteren Spielern messen. In der U15-Regionalliga Nord erzielte er in dieser Saison herausragende 23 Treffer.

Aufkommende Zweifel am Alter des gebürtigen Kameruners mit deutschen Pass sind unbegründet, wie sein Vater Joseph gegenüber der ‚Bild‘ berichtet: „Der Junge kann gar nicht älter sein, seine Mutter ist ja erst 27. Sein Alter stimmt. Sofort nach seiner Geburt habe ich ihn beim Deutschen Konsulat in Yaoundé (Hauptstadt von Kamerun, d. Red.) angemeldet. So wie man das hier beim Standesamt macht. Wir haben eine deutsche Geburtsurkunde.

Moukoko „will nur für Deutschland spielen“

2014 holte der 65-Jährige seinen Sohn von Kamerun nach Deutschland. In Hamburg-Harburg lebt er mit seiner Mutter Marie sowie vier Geschwistern und besucht eine internationale Privatschule. Mit dem BVB hat er eine Vereinbarung für fünf Jahre getroffen und wird zunächst zu Gasteltern ziehen. Wie der Hamburger U15-Trainer Baris Tuncay berichtet, kann sich der BVB auf einen unglaublichen Spieler freuen: „Er ist ein wahnsinniger Kicker. Ich genieße die Arbeit mit ihm. Er mag die Mannschaft und die Mannschaft mag ihn.

Aber nicht nur der BVB kann sich freuen. Wie Papa Joseph verrät, ist die Entscheidung über die Nationalmannschaft, für die sein Sohn vielleicht einmal auflaufen wird, längst gefallen: „Er will nur für Deutschland spielen. Es ist seine Entscheidung, für welches Land er spielen wird. Von Anfang an hat er Deutschland gesagt.

FT-Meinung: Der Fußball-Transfermarkt nimmt immer groteskere Züge an. In einer Welt, in der allerdings 18-Jährige – wie im Falle von Bayern-Neuverpflichtung Renato Sanches – für bis zu 80 Millionen Euro über die Ladentheke gehen, müssen die Bundesligaklubs bereits im Kindesalter nach Talenten Ausschau halten. An Moukoko waren neben dem BVB auch Manchester United, der FC Bayern, Schalke 04, RB Leipzig sowie der VfL Wolfsburg interessiert. Bis zum Fußballprofi hat der Youngster aber noch einen steinigen Weg vor sich. Das kritische Alter zwischen 16 und 18 Jahren, in dem sich schon bei vielen Supertalenten die Interessen verschoben haben und Fußball nicht mehr so wichtig war, kommt erst noch. Das ‚Wunderkind‘ hat aber alle Anlagen, um in der Jugend der ‚Schwarz-Gelben‘ zum Bundesligaprofi zu reifen.