So etwas wie in Rom wird uns nicht erneut passieren“, hatte Luis Suárez vor dem Champions League-Halbfinalrückspiel an der Anfield Road angekündigt. Und es passierte doch. Wie im Jahr zuvor verspielte der FC Barcelona auch gegen den FC Liverpool einen Drei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel und schied aus der Königsklasse aus. Ein Albtraum für die Blaugrana, die zuletzt dreimal in Folge das Halbfinale verpasst hatten.

Dass die erneute Blamage Nachwirkungen haben wird, liegt auf der Hand. Insbesondere Trainer Ernesto Valverde muss um seinen Job bangen, schreibt die ‚Marca‘. Nach dem 0:3 bei der Roma vor rund einem Jahr rettete ihm das nationale Double den Kopf. Das ist auch dieses Jahr noch drin – doch die Enttäuschung über den erneuten CL-K.O. wiegt schwer.

„Schwierig zu erklären“

Präsident Josep Bartomeu ließ nach dem Schlusspfiff durchblicken: „Wir haben jetzt Zeit, darüber nachzudenken und eine Erklärung zu finden. Im vergangenen Jahr ist uns das gleiche in Rom passiert. Es ist schwierig zu erklären. Wir werden das intern aufarbeiten.“ Valverde hatte erst Mitte Februar bis 2020 verlängert. Schwer vorstellbar, dass er seinen Vertrag erfüllt. Immerhin will er „die volle Verantwortung übernehmen.“

Valverde ist aber beileibe nicht der einzige Barça-Akteur, der den Unmut der spanischen Presse zu spüren bekommt. Im Zentrum der Kritik steht einmal mehr Philippe Coutinho, der im Januar 2018 ausgerechnet aus Liverpool für 135 Millionen Euro ins Camp Nou gewechselt war. Seitdem ist der Brasilianer nur sehr mäßig in Tritt gekommen, gestern enttäuschte er erneut. Der ‚Marca‘ zufolge hoffen die Katalanen, Coutinho zu einem ordentlichen Preis verkaufen zu können.

Kader zu alt

Und dann ist da noch das Problem der Altersstruktur. Gleich sieben Startelfspieler am gestrigen Dienstagabend waren 30 Jahre oder älter. Dass Piqué, Busquets, Alba, Raktic & Co. national noch immer ihren Stiefel runterspielen können, steht außer Zweifel. Gegen ein hungriges und spritziges Liverpool sahen sie aber zuweilen im wahrsten Sinne des Wortes alt aus.

Die in Madrid ansässige und somit von Natur aus Barça-kritische ‚Marca‘ geht davon aus, dass die Blaugrana zur neuen Saison gleich sechs neue Spieler holen werden. Zurück auf die Agenda könnte dabei auch Antoine Griezmann rücken, der sich im vergangenen Sommer noch zu einem Verbleib bei Atlético Madrid entschieden hatte. Klar ist: Mit neuem Personal soll in der kommenden Saison ein weiterer Champions League-Albtraum unbedingt vermieden werden. Vielleicht sagt Luis Suárez dann: „So etwas wie in Anfield wird uns nicht erneut passieren.“