Es gab Zeiten, da war Julian Weigl Hoffnungsträger bei Borussia Dortmund und wurde zum künftigen Führungsspieler hochstilisiert. Und dann gab es diese Hinrunde, in der von dem Glanz seiner Anfangszeit nicht mehr viel zu spüren war.

Satte siebenmal stand der Sechser nicht im Spieltagskader, genauso oft stand er lediglich in der Startelf. Doch die Partie gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) kurz vor Weihnachten änderte alles für Weigl.

Aus der Not geboren

Aufgrund von akutem Personalmangel musste der 23-Jährige als Innenverteidiger aushelfen – und machte das gleich so gut, dass er seitdem jede Partie über 90 Minuten in der Abwehrzentrale verbrachte.

Skeptiker, die vermuteten, dass Weigl zu schmächtig und zu langsam für die hinterste Linie sei, ließ der Rechtsfuß verstummen. Vielmehr gestaltet er das Spiel des BVB mit seiner Passsicherheit von hinten heraus.

Lob von Favre

Seine Spielintelligenz erlaubt es Weigl zudem, dem ein oder anderen Eins-gegen-Eins-Duell aus dem Weg zu gehen. Unter dem Strich hat Weigl zuletzt einfach „sehr, sehr gute Spiele gemacht“, lobt auch Trainer Lucien Favre.

Einen Winterabgang in Richtung Paris St. Germain und Förderer Thomas Tuchel lehnte der BVB ab. Und er tat gut daran. Statt einem Abgang hat man nun mit Innenverteidiger Weigl einen gefühlten Neuzugang.

Mir macht es Spaß

Mittlerweile hat sich die Passmaschine mit ihrer neuen Rolle angefreundet. „Jetzt kriege ich meine Automatismen rein. Ich weiß, wo ich zu stehen habe. Mir macht es mittlerweile Spaß“, so Weigl nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt.

Schon am morgigen Dienstag darf Weigl dann wieder Spaß haben. Im DFB-Pokal geht es gegen Werder Bremen (20:45 Uhr). Favre wollte sich im Vorfeld zwar nicht in die Karten gucken lassen, der gefühlte Neuzugang wird aber wieder in der Startelf stehen.