Nach seiner Degradierung bei Schalke 04 war der Abgang von Benedikt Höwedes vergangenen Sommer vorgezeichnet. Der Kapitän fühlte sich bei seinem Herzensklub nicht mehr gebraucht, wie noch bei seiner Vertragsverlängerung Anfang 2016 – und war in der Folge bereit, eine neue Herausforderung bei einem Topklub im Ausland zu suchen.

Bei Juventus Turin wollte der Weltmeister ein neues Kapitel aufschlagen. 3,5 Millionen zahlten die Bianconeri zunächst an Königsblau, um den Innenverteidiger für ein Jahr auszuleihen. Darüber hinaus besitzt der italienische Rekordmeister eine Kaufoption über 13 Millionen. Diese wird obligatorisch, sobald Höwedes 25 Pflichtspiele für Juve absolviert.

Dass die Schalker Identifikationsfigur noch einmal nach Gelsenkirchen zurückkehrt, schien ausgeschlossen. Nach mehr als drei Monaten im Piemont aber wird diese Option wieder zum nicht unrealistischen Szenario. Denn der 29-Jährige absolvierte verletzungsbedingt erst ein einziges Spiel für seinen neuen Klub, Ende November gegen den FC Crotone (3:0). Und nun fällt er erneut aus.

Maximal 30 Spiele möglich

Bis zur Winterpause setzt ein Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel Höwedes außer Gefecht. Für den Ex-Schalker wird es daher mehr als eng, auf die erforderliche Anzahl von 25 Einsätzen zu kommen, die ihm automatisch einen dauerhaften Vertrag bei der Alten Dame bescheren würde. 19 Spiele stehen in der Serie A an, maximal sieben in der Champions League und höchstens vier in der Coppa Italia.

Höwedes dürfte sich daher auf keinen Fall noch einmal verletzen, um 24 der insgesamt potenziell noch ausstehenden 30 Partien zu absolvieren. Zudem müsste er Trainer Massimiliano Allegri davon überzeugen, dass er dem Team mehr helfen kann als seine prominenten Teamkollegen. Sicherlich kann Juve auch evaluieren, den Weltmeister auch dann fest zu verpflichten, wenn die Kaufoption nicht automatisch greift.

Das aber wiederum ist derzeit kaum denkbar. Zu verletzungsanfällig präsentiert sich der Verteidiger seit seiner Ankunft im Piemont. Und auch den Beweis seiner sportlichen Qualität ist der Hertener den Juve-Bossen noch schuldig. In der Rückrunde müsste er auftrumpfen und sich als echte Verstärkung etablieren. Eine Rückkehr nach Schalke, wo sein Vertrag noch bis 2020 Gültigkeit besitzt, ist entsprechend durchaus denkbar.