Selten hatte ein Trainerwechsel einen derart großen Effekt wie jener bei Manchester United kurz vor Weihnachten. Fans und Verantwortliche hatten genug von José Mourinhos Zerstörer-Fußball, Klublegende Ole Gunnar Solskjaer übernahm und führte den wankenden Riesen prompt zu elf Siegen in Serie. Danach geriet etwas Sand ins Getriebe der Red Devils, die in der Premier League am Ende Fünfter wurden.

Alle Augen auf Rekordmann Maguire

Mindestens einen Rang soll es in der kommenden Saison nach oben gehen. Frei nach dem Motto „die Abwehr gewinnt Titel“ rüstete United in diesem Mannschaftsteil am stärksten auf: Erst kam Aaron Wan-Bissaka für 55 Millionen Euro von Crystal Palace, dann Harry Maguire von Leicester City – Königstransfer und mit einer Ablöse von rund 90 Millionen Euro teuerster Verteidiger aller Zeiten.

Groß war der Hype, den der 1,94-Hüne mit seinen WM-Auftritten im vergangenen Jahr lostrat. Maguire ist ein Spieler ganz nach dem Geschmack seiner englischen Landsleute: Robust, kampf- und kopfballstark – ein geborener Abwehrchef. Eine Spieleröffnung à la Mats Hummels ist vom 26-Jährigen jedoch nicht zu erwarten. Stärken hin, Schwächen her: Maguire muss seinem Status als Rekord-Verteidiger gerecht werden.

Eriksen neben oder statt Pogba?

Im Mittelfeld soll weiter Paul Pogba das Spiel aufziehen. Nach wie vor gibt sich Solskjaer zuversichtlich, den Weltmeister auch in Zukunft zu trainieren. Seit kurzem haben die Red Devils aber angeblich auch Christian Eriksen von Liga-Rivale Tottenham Hotspur auf dem Zettel. Als Pogba-Nebenmann oder Pogba-Erbe – das hängt von den Interessenten Real Madrid und Juventus Turin ab.

Im Sturm setzt United auf Altbewährtes: Anthony Martial soll auf links, Jesse Lingard auf rechts wirbeln. Platzhirsch im Zentrum ist nun Marcus Rashford, von dem sich Fans und Bosse endgültig den Sprung in die Weltklasse erhoffen. Das wird Konkurrent Romelu Lukaku nur noch bedingt zugetraut. Bieten Inter Mailand oder Juventus Turin mindestens 80 Millionen Euro, dürfte der Belgier dem Old Trafford „goodbye“ sagen.

Solskjaers Wunschelf