Vom WM-Achtelfinalspiel Deutschland gegen Algerien ist den deutschen Fußballfans wohl vor allem das legendäre Wut-Interview von Per Mertesacker im Anschluss an den 2:1-Sieg im Gedächtnis geblieben. Einige erinnern sich aber auch an den Freistoß aus der 88. Minute, als Thomas Müller beim Anlauf stürzte. Kein Zufall, wie man heute weiß. „Man muss sich das mal vorstellen“, erinnert sich Hansi Flick im Interview mit der ‚Süddeutschen Zeitung‘, „es ist die 88. Minute, im Achtelfinale einer WM. Ich weiß noch, wie ich zum Torwarttrainer Andy Köpke rüber schaue und sage: Die werden jetzt doch nicht diesen Trick machen, die werden doch nicht... Aber dann hatten sie ihn schon gemacht.“

Die Freistoßvariante wurde erst vor Ort in den zahlreichen Geheimeinheiten im DFB-Quartier Campo Bahia einstudiert: „Wir haben sie im Training in Brasilien einstudiert. Zuvor hatten wir den Spielern eine Szene auf Youtube gezeigt, wie ein Schütze vor dem Elfmeter absichtlich hinfällt - und sicher verwandelt.“ Wie der heutige DFB-Sportdirektor weiter verrät, übernahm vor dem Spiel gegen Algerien Thomas Müller die Initiative. Der 25-Jährige habe demnach „in der Kabine gesagt: Jungs, beim ersten zentralen Freistoß, den wir heute bekommen, ziehen wir das durch. Heute trauen wir uns.