Mino Raiola ist ein Meister seines Fachs. Der einstige Pizzabäcker zählt mittlerweile zu den einflussreichsten Spielerberatern der Welt. Und macht damit eine Menge Kohle. Beispiel: Bei Paul Pogbas Wechsel zu Manchester United 2016 vertrat der Niederländer die Interessen des Spielers, die der Red Devils und des abgebenden Vereins Juventus Turin. Raiola strich am Ende satte 46 Millionen Euro ein.

Diese Dreifachtätigkeit ist selbst in der reichen englischen Premier League eine Seltenheit. Die Regel ist dagegen, dass ein Agent für den Spieler und den aufnehmenden Klub arbeitet – und somit von zwei Parteien Beteiligungen einstreicht. Dieser Doppeltätigkeit wollen die Vereine der Premier League nun ein Ende bereiten und haben laut der ‚Times‘ einen entsprechenden Antrag bei der FA eingereicht.

Entscheidung liegt beim Verband

Der englische Fußballverband muss nun darüber entscheiden, ob Berater künftig nur noch von der Spielerseite bezahlt werden dürfen. Honorare von Vereinsseite würden mit der neuen Regel der Vergangenheit angehören, was der mächtigen Agentenseite nicht schmecken dürfte. Dies ist einer von vielen Vorschlägen, mit denen der Einfluss der Berater eingeschränkt werden soll.

So sollen künftig alle in England tätigen Berater eine Prüfung ablegen müssen. Darüber hinaus soll ein britisches Bankkonto, über das alle Transaktionen mit englischen Klubs laufen müssen, zur Voraussetzung werden. Alle Agenten müssten zudem Jahresabschlüsse erstellen, die sie bei der FA vorlegen. Dieser Vorgang soll eine höhere Transparenz bewirken.