Transfer-Zwischenzeugnis für Freiburg: Qualität in Spitze & Breite

Der SC Freiburg hat auf namhafte Abgänge mit Investitionen in den eigenen Kader geantwortet. FT wirft einen Blick auf die bisherigen Leistungen der Neuzugänge.

Matthias Ginter deutet auf das Wappen des SC Freiburg
Matthias Ginter deutet auf das Wappen des SC Freiburg ©Maxppp

Matthias Ginter (ablösefrei/Borussia Mönchengladbach)

Immer wieder muss der SC Freiburg Spieler abgeben, die sich unter den Fittichen von Christian Streich extrem gut entwickelt haben. So auch bei Nico Schlotterbeck, der sich im Sommer Borussia Dortmund anschloss. Mit Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach schafften es die Breisgauer diesmal, einen Ersatz aus einem höheren Regal zu besorgen.

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Der 28-jährige Nationalspieler ist als Abwehrchef gesetzt, hat erheblichen Anteil am Erfolg der Freiburger und konnte in zehn Spielen auch schon mit zwei Toren und drei Assists aufwarten.

Prognose: Qualität und Erfahrung haben es Ginter ermöglicht, umgehend seine Leistung abzurufen. Die Rückkehr nach Freiburg hat dem Innenverteidiger sichtlich gut getan. Ruft er weiterhin seine Leistung in der Form ab, wie er es seit Saisonbeginn getan hat, wird er auch beim Kampf um einen Stammplatz in der DFB-Elf ein Wörtchen mitreden.

Michael Gregoritsch (ablösefrei/FC Augsburg)

Auf einen echten Knipser musste Streich in den vergangenen Jahren verzichten, auch wenn er mit Nils Petersen jemanden im Kader hatte, der zumindest als Joker funktionierte. Michael Gregoritsch als neuer Mittelstürmer bietet jedoch schon vom Anpfiff an enorme Gefahr im gegnerischen Strafraum. Der kopfballstarke Österreicher traf in Bundesliga und Europa League bereits fünf Mal und gliedert sich exzellent in den Freiburger Spielstil ein.

Prognose: Hält Gregoritsch seine Torquote, kann er ein entscheidendes Puzzleteil für den SC sein, um das nächste Level – national und international – zu erreichen. Die Konstanz beim Torabschluss fehlte dem 28-Jährigen in den vergangenen Jahren, einen ernstzunehmenden Konkurrenten um seinen Platz hat Gregoritsch derzeit aber nicht.

Ritsu Doan (8,5 Mio./PSV Eindhoven)

Die Kreativität, den Spielwitz und die Torgefahr von Ritsu Doan ließ sich Freiburg-Sportchef Klemens Hartenbach einiges kosten. Für den japanischen Nationalspieler war fast ein zweistelliger Millionenbetrag fällig – keine übliche Transfersumme im Breisgau. Auch der Flügelstürmer sammelte schon Scorerpunkte. Vier Tore gelangen dem Linksfuß, in jedem Wettbewerb war er erfolgreich.

Prognose: Auf einen Assist lässt Doan noch warten. Solange er trifft und andere Spieler aus dem Kreativbereich für Vorlagen sorgen, ist das kein Problem. Die hohe Ablöse lastet dem 1,72 Meter großen Dribbler allerdings auf den Schultern. Doan stand zwar in allen Spielen der Bundesligasaison in der Startelf, allerdings musste er auch immer vorzeitig den verlassen.

Daniel-Kofi Kyereh (4,5 Mio./FC St. Pauli)

Auch Daniel-Kofi Kyereh wurde für die Offensivabteilung verpflichtet. Mit knapp fünf Millionen Euro ebenfalls kein Schnäppchen, dem Verständnis des Klubs aus Baden-Württemberg zufolge. Bislang ist der ghanaische Nationalspieler aber nur Ergänzungsspieler. Lediglich in der Europa League konnte er ein Tor vorbereiten.

Prognose: Um in die Startelf zu drängen, muss Kyereh definitiv an seiner Effektivität arbeiten. Neben eigenen Toren würden dem Offensivakteur auch weitere Vorlagen gut zu Gesicht stehen. In den Wochen nach der Länderspielpause dürfte Kyereh dank des eng getakteten Spielplans wohl häufiger die Chance bekommen, Scorerpunkte zu sammeln.

Merlin Röhl (2,9 Mio./FC Ingolstadt)

Merlin Röhl hat im Sommer einen gewaltigen Sprung gemacht. Vom Drittligisten FC Ingolstadt wechselte der U20-Nationalspieler zum Europa League-Teilnehmer nach Freiburg. Logisch, dass Röhl nicht sofort als Leistungsträger von Streich eingeplant wurde. Auf sein Debüt im Profiteam wartet der zentrale Mittelfeldspieler noch. Spielpraxis sammelt er in Freiburgs zweiter Mannschaft.

Prognose: Röhl wird mit Sicherheit kontinuierlich an die Profis herangeführt. Im Verlauf der Saison wird er höchstwahrscheinlich auch seine Minuten in der Bundesliga von Streich bekommen. Grundsätzlich ist der Youngster aber ein Langzeitprojekt. Um die eigene Entwicklung voranzutreiben, befindet sich Röhl aber am perfekten Ort.

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