Zwischenzeugnis der Eintracht-Transfers: Zwei Volltreffer

Eintracht Frankfurt verpflichtete im Sommer zehn neue Spieler, die meisten davon ablösefrei. FT beleuchtet die bisherigen Leistungen der Neuzugänge.

Frankfurts Neuzugänge Kolo Muani und Götze mit Daichi Kamada
Frankfurts Neuzugänge Kolo Muani und Götze mit Daichi Kamada ©Maxppp

Jérôme Onguéné (ablösefrei/RB Salzburg)

Der Kameruner kennt die Bundesliga aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart und soll langfristig Routinier Makoto Hasebe (38) ersetzen. Aufgrund einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung schaffte es Onguéné erst einmal in den Kader, kam aber noch nicht zum Einsatz.

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Prognose: Dass er die erhoffte Verstärkung sein kann, stellte der robuste Verteidiger bei seinen internationalen Auftritten mit RB Salzburg unter Beweis. Die Länderspielpause kann er nun zur Genesung nutzen, solange muss Trainer Oliver Glasner noch mit zwei Innenverteidigern, meist Tuta und Evan N‘Dicka, auskommen. In der in Frankfurt bevorzugten Dreierkette wäre Onguéné eine Option für die Zentrale.

Luca Pellegrini (Leihe/Juventus Turin)

Nach dem Abgang von Filip Kostic (Juventus Turin) musste Sportvorstand Markus Krösche einen adäquaten Ersatz auftreiben. In Luca Pellegrini fand er einen deutlich defensiveren Spieler. Die SGE wollte sich von ihrer Linkslastigkeit lösen und büßte dafür Torgefahr ein. Immer wieder plagten den italienischen Nationalspieler aber muskuläre Probleme, weshalb er erst auf vier Einsätze kommt. In diesen überzeugte Pellegrini allerdings stets und konnte seine Qualitäten andeuten.

Prognose: Ist er bei 100 Prozent und kann regelmäßig über 90 Minuten spielen, dürfte er auf der linken Seite gesetzt sein. Bis zum Saisonende läuft die Leihe des 23-Jährigen.

Hrvoje Smolcic (2,5 Mio./HNK Rijeka)

Der kroatische U21-Nationalverteidiger kam, um einen möglichen Abgang von Evan N’Dicka aufzufangen und wäre damit nach dem Karriereende von Martin Hinteregger der einzige Linksfuß in der Frankfurter Abwehr. Bisher stehen zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga zu Buche. Da er in der kroatischen Liga auch als linker Außenverteidiger im Einsatz war, ist er bei der SGE auch eine Alternative zu Luca Pellegrini.

Prognose: Mit seiner Körperlichkeit passt Smolcic gut in die Frankfurter Mannschaft. Vor allem nach der Länderspielpause muss Glasner kräftig rotieren, wenn es dann reihenweise englische Wochen gibt. Das könnte die Chance für den jungen Kroaten sein, sich im Trikot der Hessen zu beweisen.

Aurélio Buta (ablösefrei/Royal Antwerpen)

Der Portugiese sollte die lang ersehnte Dauerlösung für die rechte Außenbahn werden. Eine Knie-OP bremste den sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbaren Buta allerdings noch während der Saisonvorbereitung aus.

Prognose: Dass Eintracht Frankfurt auf dieser Position akuten Bedarf haben, steht außer Frage. Als Notlösung sprang in den vergangenen Spielen Mittelfeldspieler Kristijan Jakic ein. Sobald Buta die Reha absolviert hat und ins Mannschaftstraining einsteigt, dürfte er aber wenig Konkurrenz auf seiner Position haben.

Mario Götze (drei Mio./PSV Eindhoven)

Mit seiner Ballsicherheit und Erfahrung sollte der Weltmeister von 2014 dem Eintracht-Spiel die Komponente geben, die noch gefehlt hat. Oliver Glasner setzte bislang auf den 30-Jährigen, was dieser mit konstanten Leistungen zurückzahlt. Im Spiel gegen Werder Bremen (4:3) erzielte Götze sein erstes Bundesliga-Tor nach der Rückkehr nach Deutschland. Auffallend sind die ansehnlichen Ballstafetten zwischen Götze, Daichi Kamada und Jesper Lindström. Götze leitete zudem etliche SGE-Tore ein und konnte wichtige vorletzte Pässe liefern.

Prognose: Aus der Kontermannschaft Eintracht Frankfurt könnte dank des neuen Mittelfeld-Trios eine spielstarke Truppe werden. Krösche scheint das fehlende Puzzlestück gefunden zu haben, das die Hessen zu einem Top-Team macht.

Junior Dina Ebimbe (Leihe/Paris St. Germain)

Der junge Franzose, der hierzulande noch relativ unbekannt war, wurde für eine Spielzeit von Paris St. Germain ausgeliehen und soll sich im zentralen Mittelfeld der Hessen einen Platz erkämpfen. Seine starke Technik und seinen Offensivdrang ließ er in seinen bisherigen Auftritten aufblitzen, auch wenn Glasner ihn mit einer defensiveren Rolle betraut hat. Sein bislang bestes Spiel bestritt Ebimbe als Einwechselspieler für den verletzten Sebastian Rode gegen RB Leipzig (4:0).

Prognose: Ähnlich wie bei Smolcic dürfte Ebimbe vor allem in den anstehenden englischen Wochen regelmäßig zum Einsatz kommen. Bleiben die Leistungen konstant, ist er auf lange Sicht im Mittelfeld neben Djibril Sow gesetzt. Bei Klassenerhalt greift eine Kaufpflicht für die Eintracht.

Marcel Wenig (ablösefrei/FC Bayern U19)

Das erst 18-jährige Mittelfeld-Talent wurde vor allem für die neu gebildete Zweitvertretung der Eintracht verpflichtet und soll langsam an den Bundesliga-Kader herangeführt werden. In der Hessenliga sowie in der UEFA Youth League zeigt sich der großgewachsene U19-Nationalspieler bislang treffsicher (zehn Einsätze, sieben Tore)

Prognose: Bisher saß Wenig zweimal in der Bundesliga auf der Bank, ist aber ein Transfer mit langfristiger Perspektive. Die Frankfurter haben Großes mit ihm vor, daran ließ Krösche bei seiner Verpflichtung keine Zweifel.

Faride Alidou (ablösefrei/HSV)

An dem U21-Nationalspieler waren einige Vereine aus der Bundesliga interessiert, am Ende erhielt die Eintracht den Zuschlag. In seiner Debütsaison in der zweiten Liga kam Alidou auf neun Torbeteiligungen für den HSV, weshalb die Hanseaten gerne mit ihrem Juwel verlängert hätten. In der Bundesliga sammelte er bislang nur Kurzeinsätze, konnte die Frankfurter Anhängerschaft aber mit seinen forschen Dribblings begeistern.

Prognose: Der Dribbelkünstler ist eine ernstzunehmende Alternative für die linke Offensivseite. Sein Tempo gepaart mit seiner Technik könnten die seit dem Kostic-Abgang vorhandene Lücke im Angriff schließen. Allerdings ist ihm die fehlende Erfahrung auf höchstem Niveau noch anzumerken. Bleibt abzuwarten, wie viel Eingewöhnungszeit Alidou am Ende benötigt.

Randal Kolo Muani (ablösefrei/FC Nantes)

Mit der Empfehlung von 34 Torbeteiligungen in 79 Ligue 1-Partien kam der dynamische Angreifer zur SGE. Die Frankfurter setzten sich dabei gegen europäische Top-Klubs durch. Trotz seiner Größe verfügt der Franzose über einen unheimlich starken Antritt, was die Gegner sowohl national als auch international vor Probleme stellte. Bisher kam Kolo Muani in allen Pflichtspielen zum Einsatz, gleich am ersten Spieltag traf er nach Einwechslung gegen den FC Bayern (1:6). Seine überzeugenden Leistungen (zwei Tore, fünf Vorlagen) wurden jüngst mit einer Nominierung für die französische Nationalmannschaft belohnt.

Prognose: Kolo Muani kann man zweifelsohne als Transfer-Coup von Krösche bezeichnen. Einzig seinen Abschluss muss der pfeilschnelle Stürmer verbessern, aktuell vergibt er noch zu viele Chancen. Trifft er weiter regelmäßig, kann er sich schon bald in eine Reihe mit den Frankfurter Ex-Stürmern Sébastien Haller, Luka Jovic, André Silva und Ante Rebic stellen. An treffsicheren Angreifern mangelte es den Hessen schon lang nicht mehr.

Lucas Alario (sechs Mio./Bayer Leverkusen)

Seinen Start hätte sich Alario sicher anders vorgestellt. Zwar traf der argentinische Nationalspieler direkt im DFB-Pokal gegen Magdeburg (0:4), danach folgten aber nur magere Auftritte im Eintracht-Trikot. Meist kommt er von der Bank, erst einmal vertraute ihm Glasner von Beginn an.

Prognose: Alarios enttäuschender Saisonstart ist auch den starken Leistungen seines französischen Sturmpartners zuzuschreiben. Mit großen Erwartungen hatten die Hessen den kopfballstarken Spieler aus Leverkusen verpflichtet. Die Spiele bis zur Winterpause werden zeigen, ob er diese auch erfüllen kann. Noch haben die Verantwortlichen Geduld mit dem Neuzugang.

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