Die sieben Bundesliga-Schnäppchen des Sommers

Im vergangenen Transferfenster zeigten sich einige Bundesliga-Klubs trotz Corona-Pandemie einkaufsfreudig. FT stellt euch die besten Schnäppchen-Deals des Sommers vor.

Luca Netz (l.), Piero Hincapié (m.) und Kristijan Jakic wechselten im Sommer in die Bundesliga
Luca Netz (l.), Piero Hincapié (m.) und Kristijan Jakic wechselten im Sommer in die Bundesliga ©Maxppp

Luca Netz (Borussia Mönchengladbach/ 4 Millionen)

Mit einigen Störgeräuschen wechselte Luca Netz in der vergangenen Wechselperiode von Hertha BSC nach Gladbach. Hertha-Sportdirektor Fredi Bobic zeigte wenig Verständnis für die Entscheidung des 18-Jährigen, die sich jedoch letztlich als richtig herausstellte. Der Linksverteidiger hat sich unter dem neuen Trainer Adi Hütter festgespielt, stand in den vergangenen vier Partien von Beginn an auf dem Rasen. Zweifellos hat sich die Borussia mit Netz eines der größten Defensiv-Talente im deutschen Fußball für eine vergleichsweise geringe Ablösesumme gesichert.

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David Raum (TSG Hoffenheim/ ablösefrei)

Der nächste talentierte Linksverteidiger auf der Schnäppchen-Liste ist David Raum: Nach einer bärenstarken Zweitliga-Spielzeit bei Greuther Fürth mit stolzen 15 Assists weckte Raum Begehrlichkeiten auf dem Transfermarkt. Letztlich entschied sich der frischgebackene U21-Europameister für die TSG. Der Wechsel von der zweiten in die erste Liga bereitet dem gebürtigen Nürnberger bis dato keine Probleme: In allen sieben Bundesliga-Spielen kam Raum von Beginn an und meist über 90 Minuten zum Einsatz und wusste dabei zu überzeugen.

Patrick Wimmer (Arminia Bielefeld/ 700.000)

Für schmale 700.000 Euro wechselte der polyvalente Außenbahnspieler im Sommer von Austria Wien an die Alm. Trotz des schwachen Saisonstarts der Bielefelder brauchte Wimmer nicht viel Anlaufzeit: In den ersten beiden Partien blieb der flinke Österreicher ohne Einsatz, in den darauffolgenden fünf Partien wirkte er dann mit. Der 20-Jährige zeigt Spielwitz und feine Technik, an Effizienz und Zielstrebigkeit muss Wimmer aber noch arbeiten. Dennoch: Der U21-Nationalspieler verfügt über großes Potenzial.

Piero Hincapié (Bayer Leverkusen/ 6,3 Millionen)

Auf den ersten Blick sind 6,3 Millionen Euro für den Innenverteidiger kein Schnäppchen: Auf den zweiten Blick wirkt die Ablösesumme aber wie eine kluge Investition der Werkself. In kurzer Zeit hat sich der 19-Jährige vom Perspektivtransfer zum Anwärter auf einen Startelfplatz in der Viererkette gemausert. Hincapiés Faustpfand: Der Linksfuß kann auch als Außenverteidiger spielen, wie zuletzt in der Europa League gegen Celtic Glasgow (4:0). Eine gute Spieleröffnung und kompromisslose Zweikampfführung zeichnen den Ecuadorianer aus.

Dejan Ljubicic (Rapid Wien/ ablösefrei)

Nur echten Fußball-Experten dürfte Dejan Ljubicic vor seinem Wechsel nach Köln ein Begriff gewesen sein. Dass den Kölner mit Ljubicic ein Transfercoup gelang, war jedoch an der Reaktion auf den Transfer von Rapids Sportdirektor Zoran Barisic zu erahnen: „Ich hätte mir – so wie die meisten – einen anderen Verein erwartet. Aber das ist allein Dejans Sache.“ Die starken Auftritte bei den Geißböcken brachten dem laufstarken Mittelfeldspieler zuletzt die erste Nominierung in die österreichische Nationalmannschaft ein. Bestätigt der 23-Jährige seine guten Leistungen konstant, dürften tatsächlich bald noch größere Klubs auf den Österreicher aufmerksam werden.

Kevin Behrens (SV Sandhausen/ ablösefrei)

Über den Transfer von Kevin Behrens zu Union staunten anfangs viele. Zum einen wies der 30-Jährige keinerlei Bundesliga-Erfahrung auf, zum anderen standen bei den Berlinern mit Max Kruse, Taiwo Awoniyi, Andreas Voglsammer, Cedric Teuchert und Anthony Ujah zum Zeitpunkt des Wechsels bereits fünf Stürmer unter Vertrag. In neun Pflichtspielen – meist kam Behrens von der Bank – gelangen dem Angreifer bislang drei Treffer und drei Assists. Eine respektable Quote für den gebürtigen Bremer, der mit seiner Wucht gut zur kampf- und körperbetonten Spielweise der Köpenicker passt.

Kristijan Jakic (Dinamo Zagreb/ Leihe)

Ein Tag vor Ende des Transferfensters lieh die Eintracht den kroatischen Sechser von Dinamo Zagreb aus, weshalb der 24-Jährige die ersten drei Bundesliga-Spiele verpasste. Seit seinem halbstündigen Einsatz gegen den VfB Stuttgart (1:1) ist der Rechtsfuß jedoch nicht mehr aus der Stammelf der SGE wegzudenken. Jakic ist ballgewandt und zweikampfstark. Rund 1,5 Millionen Euro Leihgebühr zahlte die Eintracht, für kolportierte 3,5 Millionen können die Hessen den 1,81-Mann im Anschluss an die Leihe festverpflichten. Sollte Jakic seine Leistungen auf ähnlichem Niveau konservieren, ist der Deal in knapp einem Jahr womöglich nur noch Formsache.

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