Tottenham der Titelkandidat: Drei Neue und ein Spätzünder

Im Topspiel der Premier League am gestrigen Samstag setzte sich Tottenham Hotspur überzeugend mit 2:0 gegen Manchester City durch. Ein Sieg, der der Mannschaft von José Mourinho nicht nur drei wichtige Punkte, sondern auch die vorläufige Tabellenführung einbringt – und das auch dank Neuzugängen, die überzeugen, sowie fast schon abgeschriebenen Spielern, die sich zurückgekämpft haben.

Sergio Reguilón im Duell mit Bruno Fernandes
Sergio Reguilón im Duell mit Bruno Fernandes ©Maxppp

Ein Sieg gegen eines der Spitzenteams der Liga ist immer ein Grund zu Freude. Für José Mourinho dürfte der Erfolg seines Teams gegen die Mannschaft seines Erzrivalen Pep Guardiola nach erneuten Sticheleien im Vorfeld der Partie besonders süß schmecken.

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Dass die Mannschaft des Portugiesen nun seit acht Premier League-Spielen ungeschlagen ist und von Platz eins der Tabelle grüßt, kommt nicht von ungefähr. Im Sommer verstärkten sich die Spurs punktuell, ohne dabei gemessen an heutigen Standards zu tief in die Tasche zu greifen. Fast alle Neuzugänge überzeugten vom ersten Tag an und fügten sich sofort in die astrein funktionierende Mannschaft ein.

Reguilón, Doherty und Höjbjerg schlagen ein

Mit Sergio Reguilón von Real Madrid und Matt Doherty von den Wolverhampton Wanderers verpflichtete Tottenham im Sommer zwei Außenverteidiger, die ihre Sache bisher mehr als ordentlich machen. Auch wenn die Offensive um Harry Kane und Heung-min Son weiterhin das Prunkstück des Klubs aus dem Norden Londons bleibt, so sorgen die beiden für die von Mourinho geforderte defensive Stabilität.

Auch Neuzugang Pierre-Emile Höjbjerg, der einst in der Bundesliga für den FC Bayern und den FC Augsburg aktiv war, hat sich zum Schlüsselspieler entwickelt. Der vom FC Southampton gekommene Mittelfeldspieler zieht die Fäden im Zentrum und ist für Mourinho bisher unverzichtbar – ohne dabei sonderlich hervorzustechen. In der laufenden Saison stand der Däne in allen neun Premier League-Partien über 90 Minuten auf dem Platz. Eine Hauptrolle, den ihm vor Saisonbeginn sicher nicht viele zugetraut hätten.

Ndombélé kämpft sich zurück

Lange Zeit schien es bereits so, als habe Tanguy Ndombélé keine Zukunft mehr bei den Spurs. Gerüchte über eine mangelhafte Einstellung machten die Runde, Mourinho kritisierte den Franzosen, der 2019 für den stolzen Preis von mehr als 60 Millionen Euro gekommen war, mehrfach öffentlich. Ndombélé stand im Sommer bereits vor dem Abgang, doch Tottenham-Präsident Daniel Levy verhinderte den Transfer.

Mittlerweile haben sich die Wogen zwischen Spieler und Trainer wieder geglättet und der 23-Jährige gehört wieder zur Stammelf. Ndombélé verpasste ebenfalls noch kein einziges Ligaspiel, stand siebenmal in der Startformation. Im gestrigen Spiel hatte er mit seiner Vorlage zum 1:0 von Heung-min Son wesentlichen Anteil am Sieg seiner Mannschaft.

Mannschaftliche Geschlossenheit

Auch wenn Tottenham über grandiose Einzelspieler verfügt, wird Trainer Mourinho nicht müde, die Wichtigkeit der Leistung des gesamten Teams zu betonen. Auch gestern hob er dies im Interview nach dem Spiel hervor und lobte das Team ausdrücklich: „Ein großes Team, große Herzen, große Solidarität. Jeder ist bis ans Limit seiner Energie gegangen und hat sich für das Team aufgeopfert. Ich bin sehr stolz auf sie, sie haben großen Applaus verdient. Ich bin wirklich glücklich mit dem, was wir aufbauen.“

Bei all den positiven Worten über die mannschaftliche Stärke dürfte der portugiesische Übungsleiter auch mit Freude zu Kenntnis nehmen, dass er mit Gareth Bale immer noch einen hervorragenden Einzelspieler in der Hinterhand hat. Der Waliser wird weiterhin langsam an die Mannschaft herangeführt und kam gestern nicht zum Einsatz. Wird er mit etwas Anlauf noch zum Glücksgriff Nummer vier?

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