Hoeneß kritisiert BVB-Modell

Achtmal in Serie ist der FC Bayern nun Meister geworden. Borussia Dortmund muss sich in der Regel mit der Rolle als Zweiter begnügen. Uli Hoeneß zufolge liegt der Ursprung dessen im Verhalten der BVB-Bosse.

Uli Hoeneß ist Ehrenpräsident der Bayern
Uli Hoeneß ist Ehrenpräsident der Bayern ©Maxppp

Robert Lewandowski wollte 2013 schon von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechseln. Schwarz-Gelb legte aber sein Veto ein und so verließ der Stürmer den BVB erst ein Jahr später – zum Nulltarif. Die Borussia hatte damals alles getan, um den Polen so lange wie möglich zu halten. In anderen Fällen sieht der Plan aber eher vor, eine möglichst hohe Ablöse zu erzielen.

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Uli Hoeneß zufolge liegt genau darin der Grund, warum die Dortmunder in der Bundesliga nur die zweite Geige spielen. „Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird. Das halte ich für unklug. Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein? Bei uns gibt es das überhaupt nicht. Wir holen Spieler für Bayern München. Und niemals, um daraus Geschäfte zu machen“, so der Ehrenpräsident des FCB in der ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

Sancho stand vor Bayern-Wechsel

In den Topspielen gegen die Bayern zog der BVB zuletzt vermehrt den Kürzeren. Hoeneß wundert das nicht: „Ich glaube, solange die Dortmunder dieses System nicht ändern, werden sie diese letzten zehn Prozent nicht kriegen, dass man in wichtigen Spielen die richtigen Leistungen bringt. Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever.“

Der nächste Ausnahmespieler, der Borussia Dortmund verlassen könnte, ist Jadon Sancho. Zwei Jahre vor Vertragsende würde der BVB den Engländer ziehen lassen, wenn eine dreistellige Millionenablöse fließt. Ebenjener Sancho wäre vor drei Jahren beinahe in München gelandet, wie Hoeneß verrät: „Mit Sancho war bei uns alles klar, aber im letzten Moment entschied er sich für Dortmund.“

Auch Jude Bellingham (17) hätten die Bayern gerne gehabt. Beim Mittelfeldspieler hatten aber wieder die Dortmunder die besseren Argumente. Lange werden die ersten Gerüchte um einen BVB-Abschied aber nicht auf sich warten lassen, da ist sich Hoeneß sicher: „Der junge Bellingham wird jetzt gekauft, und warten Sie mal, wenn der gut spielt, wie schnell dann über Interesse von außen geredet wird. Ich würde das nicht so machen. Ich würde der Öffentlichkeit, aber auch meinen eigenen Leuten sagen: Das ist unser Spieler, und wenn der gut spielt, der bleibt. Auch wenn ich hundert Millionen kriege.“

UPDATE (14:04 Uhr): Mittlerweile hat Dortmunds Manager Michael Zorc auf Hoeneß' Kritik reagiert. „Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch. Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken“, sagt der Sportdirektor der ‚WAZ‘.

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