Transferzeugnis Leipzig: Enttäuschende Neuzugänge mit Schonfrist

Im Sommer musste RB Leipzig den Abgang des besten Torjägers der noch jungen Vereinsgeschichte verkraften. Sein Erbe sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Bisher schlagen aber weder die Neuzugänge im Angriff noch die anderen Neuverpflichtungen wirklich ein.

Justin Kluivert (2. v. r.) kam auf Leihbasis von der AS Rom
Justin Kluivert (2. v. r.) kam auf Leihbasis von der AS Rom ©Maxppp

Alexander Sörloth (Crystal Palace/22 Mio.)

Leipzigs teuerster Neuzugang der vergangenen Transferperiode läuft den Erwartungen noch hinterher. Der Norweger kam mit der Empfehlung von 24 Toren in 34 Spielen bei Trabzonspor in der zurückliegenden Saison, wartet bei den Sachsen aber nach mittlerweile neun Pflichtspieleinsätzen immer noch auf seinen ersten Treffer. Echte Torgefahr strahlt der 24-Jährige bislang viel zu selten aus. Sörloth fehlen die Bindung zum Spiel und das nötige Selbstbewusstsein. Der Sprung aus der türkischen Süper Lig in die Bundesliga fällt ihm bis dato nicht leicht. Note: 5.

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Hee-chan Hwang (RB Salzburg/14 Mio.)

Ebenso wie Sörloth hatte auch Sturm-Neuzugang Hee-chan Hwang, der von Schwesterklub RB Salzburg kam, einen schwierigen Start. Zwar traf der Südkoreaner gleich bei seinem Debüt für die Roten Bullen in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Nürnberg, doch seitdem kam Hwang nur noch zu Kurzeinsätzen, in denen er zumeist blass bleib. Mit seiner enormen Schnelligkeit ähnelt er vom Spielertyp her am ehesten dem zum FC Chelsea abgewanderten Timo Werner. Die Fußstapfen seines Vorgängers im RB-Sturm sind für Hwang bisher aber deutlich zu groß. Note: 4,5.

Benjamin Henrichs (AS Monaco/Leihe)

Der ehemalige deutsche Nationalspieler kam im System von Julian Nagelsmann schon sowohl im zentralen Mittelfeld als auch als Rechtsverteidiger zum Einsatz und machte seine Sache ordentlich. Henrichs gehörte zuletzt regelmäßig zu Startelf, obwohl ihn seit seiner Ankunft Knieprobleme plagen, die seine Leistungsfähigkeit beeinflussen. Nun fällt er für die Hinrunde aus. Sobald der 23-Jährige gänzlich nach seiner Rückkehr beschwerdefrei ist, könnte er womöglich noch einmal einen Leistungssprung machen. Note: 3.

Justin Kluivert (AS Rom/Leihe)

Der Sohn von Barcelona-Legende Patrick Kluivert kommt ebenfalls noch nicht so richtig in Tritt. Der junge Niederländer zeigte zwar bei seinen sporadischen Einsätzen ordentliche Ansätze, ist aber noch nicht klar genug in seinen Aktionen und lässt die nötige Durchschlagskraft vermissen. Eine Torbeteiligung steht für den schnellen Außenbahnspieler ebenfalls noch nicht zu Buche. Note: 4.

Lazar Samardzic (Hertha BSC/0,5 Mio.)

Das Nachwuchstalent aus der Jugend von Hertha BSC stand zwar in jedem Spiel im Kader, allerdings reichte es erst für zwei Einsätze. Gegen Borussia Mönchengladbach kam der 18-Jährige Ende Oktober zu seinem ersten Bundesliga-Startelfeinsatz und zeigte eine engagierte Leistung. Auf weitere Spielpraxis wartet der talentierte Offensivspieler seitdem. Die ganz großen Sprünge erwartet bei Leipzig allerdings auch noch niemand von ihm. Vielmehr soll sich Samardzic unter Nagelsmann stetig weiterentwickeln. Note: 3,5.

Josep Martínez (UD Las Palmas/2,5 Mio.)

Den Wechsel des jungen spanischen Torhüters zum Sommer machte RB Leipzig bereits Anfang des Jahres fix. Seit seiner Ankunft ist der 22-Jährige die Nummer zwei hinter dem unangefochtenen Stammkeeper Peter Gulacsi. Martínez soll im Schatten des Ungarn lernen. Sollte dieser sich nicht verletzen, kann der Torwart, der einst in der Jugend des FC Barcelona spielte, allerdings nicht mit Einsätzen rechnen. Ohne Bewertung.

Fazit

RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff mahnte zuletzt bezüglich der Neuzugänge um Geduld und betonte, dass man „total überzeugt von allen Neuen“ sei. Da die Leipziger aktuell durch die Doppelbelastung alle paar Tage im Einsatz sind, bleibt verständlicherweise auch weniger Zeit für echte Trainingseinheiten, um die Neuzugänge mit den nicht gerade unkomplizierten Vorstellungen von Nagelsmann und den Automatismen im RB-Spiel vertraut zu machen. Bald wird die Schonfrist aber abgelaufen sein und die Neuzugänge müssen liefern. Dann wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

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