PSG: Drei Neue sollen noch kommen

Thomas Tuchel will mit Paris St. Germain in dieser Saison einen neuen Anlauf nehmen, die Champions League zu gewinnen. Für das große Ziel müssen aber noch Verstärkungen her. Drei Baustellen sind besonders dringlich.

Thomas Tuchel fordert neues Personal
Thomas Tuchel fordert neues Personal ©Maxppp

Hinter Paris St. Germain liegen turbulente Wochen. Erst ging das Champions League-Finale verloren, dann kehrten eine Reihe von Stars mit dem Coronavirus im Gepäck aus dem Urlaub zurück und im zweiten Saisonspiel gegen Olympique Marseille (0:1) flogen zu allem Überfluss Layvin Kurzawa, Leandro Paredes und Neymar allesamt vom Platz. Sechs Punkte aus vier Spielen sorgen zudem nicht unbedingt für breites Grinsen in der Chefetage.

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Und auch auf dem Transfermarkt hat sich der französische Meister bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Thiago Silva (36) bot man so lange keine Vertragsverlängerung an, bis sich der Kapitän mit dem FC Chelsea einig war. Als es dann ein Angebot gab, war der Zug abgefahren. Auch Eric Maxim Choupo-Moting hätte Thomas Tuchel gerne behalten. Für ein Jahr wollte der 31-jährige Stürmer aber nicht unterschreiben.

Drei Baustellen offen

Knapp zwei Wochen vor Ablauf der Transferfrist bleiben einige Probleme ungelöst. In der Abwehr liegt der Fokus auf der Zentrale. Ersatz für den Langzeitverletzten Juan Bernat (27) gibt das Budget nicht her, für rechts hinten wurde Alessandro Florenzi (29) geliehen. Das größere Problem: Ein Nachfolger für Silva ist noch immer nicht eingetroffen. Kalidou Koulibaly (29) von der SSC Neapel hätte man gerne, der senegalesische Innenverteidiger ist mit einem Preisschild von 90 Millionen Euro für PSG aber nicht finanzierbar. Die Suche nach einem zentralen Abwehrmann läuft also weiter. Antonio Rüdiger (27, FC Chelsea) könnte zur Option werden.

Alternativ hält Sportdirektor Leonardo nach einem zentralen Mittelfeldspieler Ausschau. Findet sich an dieser Stelle eine Verstärkung, könnte Marquinhos (26) dauerhaft in die Viererkette rücken und mit Presnel Kimpembe (25) die Innenverteidigung bilden. Ein heißes Thema ist der gebürtige Pariser Tiemoué Bakayoko. Wie FT aus Frankreich erfuhr, laufen Gespräche mit dem FC Chelsea. Im Raum steht eine Leihe des 26-jährigen Sechsers inklusive Kaufoption in Höhe von 30 bis 33 Millionen Euro. Gerüchte gibt es zudem um Dele Alli (24) von Tottenham und Sami Khedira (33), den Juventus loswerden will.

Dünne Personaldecke

Großer Handlungsbedarf besteht zudem in der Offensive. Nach den Abgängen von Choupo-Moting und Edinson Cavani (33) fehlt es an Personal – zumal Neymar immer mal wieder mit Verletzungen oder Sperren ausfällt und Tuchel das ganz große Vertrauen in Mauro Icardi (27) nicht hat. Doch auch hier verhindert das Financial Fairplay die Verpflichtungen großer Namen, die PSG wirklich weiterhelfen würden.

Für mehr Spielraum könnte Julian Draxler (27) sorgen. Der Weltmeister soll verkauft werden, hat selbst aber keine Ambitionen, Paris zu verlassen. Und zuletzt war der Ex-Schalker aufgrund der angespannten Personalsituation wieder Matchwinner und wichtig.

Der Fall Draxler zeigt das große Dilemma in Paris. Einerseits wollte man Silva, Cavani und auch den deutschen Nationalspieler loswerden. Nachfolger hat man aber nicht in der Hinterhand. Nach aktuellem Stand muss Tuchel mit einem schwächeren Kader als in der Vorsaison leben. Weitere Turbulenzen nicht ausgeschlossen.

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