Bundesliga

Wirtz ließ Bayern abblitzen

Im Winter sicherte sich Bayer Leverkusen mit Florian Wirtz eines der größten Offensivtalente des Landes und ging dabei auf Konfrontationskurs mit dem rheinischen Nachbarn aus Köln. Der eigentliche Konkurrent war aber der FC Bayern.

von Remo Schatz - Quelle: Sport Bild
1 min.
Florian Wirtz bei seinem Bundesligadebüt am 18. Mai 2020 @Maxppp

„Wenn er gesund bleibt, ist er mindestens ein Spieler der Kategorie Havertz“, analysierte Jörg Jakobs mit etwas Wehmut. Für den Sportdirektor und Nachwuchsleiter beim 1. FC Köln ist der 17-jährige Florian Wirtz ein absolutes „Ausnahmetalent“. Logischerweise hätte der Effzeh das Eigengewächs, das seit 2010 am Geißbockheim ausgebildet wurde, gerne gehalten.

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Bayern wollten Wirtz

Mit Bayer Leverkusen sicherte sich der rechtsrheinische Nachbar das Toptalent und brach dabei nach Ansicht der Kölner eine Vereinbarung beider Klubs, nicht in der jeweils anderen Jugendabteilung zu wildern. Bayer argumentierte jedoch, dass Wirtz kein klassischer Jugendspieler mehr ist, sondern für die Profis eingeplant ist. Zwei Bundesliga-Einsätze bestätigen mittlerweile diese Einschätzung.

Wäre der Youngster nicht unters Bayer-Kreuz gewechselt, würde er mittlerweile wohl in München auflaufen. „Bayern München hat sich um Florian bemüht, was für uns eine große Ehre war“, bestätigt Vater Hans-Joachim gegenüber der ‚Sport Bild‘ und erklärt: „Wir haben uns auch nicht gegen den FC Bayern entschieden, sondern für den natürlichen Reifeprozess bei Florian. Das Leverkusener Stadion ist von unserem Haus 25 Kilometer entfernt, das Geißbockheim war 18 Kilometer weit weg.“

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Bayer bot schlichtweg das beste Gesamtpaket: „Nach dem Sieg im Finale um die U17- Meisterschaft mit Köln im vergangenen Jahr (3:2 in Dortmund, Anm. d. Red.) haben sich viele Vereine gemeldet. Wir haben viele interessante Menschen und Strukturen kennengelernt. Das Paket hat bei Bayer Leverkusen am besten gepasst. Das lag auch an den handelnden Personen.“

Bayer schickte die erste Garde

Zum ersten Meeting in der BayArena kamen demnach nicht etwa die Nachwuchskoordinatoren, sondern mit Sportchef Rudi Völler, Sportdirektor Simon Rolfes und Cheftrainer Peter Bosz die erste Garde. Die Leverkusener spielten damit als erster Klub die Profi-Karte. Dass der Teenager im kommenden Jahr noch das Abitur ablegen möchte, sprach zusätzlich für einen Verbleib im Rheinland.

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