„Total belastungsresistent“: Hincapié und Bayers Luxusproblem

Am gestrigen Donnerstagabend durfte Piero Hincapié erstmals für Bayer Leverkusen von Beginn an ran. Der 19-Jährige erledigte seine Aufgabe souverän und erzielte zudem ein Tor. Die Werkself hat ein Luxusproblem.

Piero Hincapié nach seinem Debüttreffer für Bayer Leverkusen
Piero Hincapié nach seinem Debüttreffer für Bayer Leverkusen ©Maxppp

Als Edmond Tapsoba im Winter 2020 für 18 Millionen Euro von Vitória Guimarães zu Bayer Leverkusen wechselte, war der Innenverteidiger wohl nur absoluten Branchenexperten ein Begriff. Die Erwartungen an den Nationalspieler Burkina Fasos waren gering, Tapsoba schien ein Perspektivtransfer zu sein, der langsam an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden sollte. Stattdessen überzeugte er von Beginn an und wurde zum Stammspieler.

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Als Piero Hincapié im Sommer 2021 für 6,5 Millionen Euro von CA Talleres zu Bayer Leverkusen wechselte, war der Innenverteidiger wohl nur absoluten Branchenexperten ein Begriff. Die Erwartungen an den Nationalspieler Ecuadors waren gering, Hincapié schien ein Perspektivtransfer zu sein, der langsam an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden sollte. Stattdessen überzeugte er von Beginn an – Stammspieler wird er aber wohl nicht.

Vier Startelf-Kandidaten

Denn Bayer steht in der Innenverteidigung ein echtes Luxusproblem ins Haus. Jonathan Tah hat der in Bundesliga und Europa League unter Trainer Gerardo Seoane noch keine Spielminute verpasst. Der 25-Jährige ist seit dem Sommer der erfahrenste Werkself-Verteidiger und blüht in seiner Rolle als Wortführer und Abwehrchef auf. Seine jüngste Vertragsverlängerung bis 2025 lässt darauf schließen, dass Tah auch in Zukunft gesetzt sein wird.

Dann ist da Odilon Kossounou, der im Sommer neu zur Werkself gestoßen war. Von Beginn an war der 20-jährige Ivorer neben Tah gesetzt. Zwar brauchte der Neuzugang vom FC Brügge etwas Zeit, sich an das Bundesliga-Niveau zu gewöhnen, doch Koussonous Potenzial ist enorm – was auch die Tatsache zeigt, dass er mit einer Ablöse von 23 Millionen der teuerste Verteidiger der Leverkusener Klubgeschichte ist.

Einen solchen kann man eigentlich nicht auf die Bank setzen. Genau das könnte Koussounou aber passieren, wenn Tapsoba von seinem Syndesmosebandriss zurückkehrt. Denn wenn die vergangenen eineinhalb Jahre als Referenz herangezogen werden können, ist der 22-Jährige der beste Innenverteidiger der Werkself.

Hincapié bliebe dann voraussichtlich der Platz als Innenverteidiger Nummer vier – und dafür ist der 19-Jährige eigentlich zu gut. Gegen Celtic gab der technisch versierte Linksfuß sein Startelf-Debüt und zeigte – wie auch schon bei seinen Teilzeiteinsätzen zuvor – eine für sein Alter ungewöhnlich abgeklärte Leistung. Zudem erzielte er sein erstes Tor für die Werkself.

„Er bleibt immer ruhig“

Auch Seoane lobte nach dem Spiel: „Wir haben es schon in den vergangenen zwei, drei Einsätzen gesehen, dass er total belastungsresistent ist, was die Atmosphäre anbelangt. Er bleibt immer ruhig. Das hat man auch auf dem Platz gemerkt. Er hat eine gute Spieleröffnung, löst die Situation gut und hat viele Zweikämpfe gewonnen. Das Tor war das I-Tüpfelchen.“

Den Werkself-Trainer stellt das vor ein echtes Luxusproblem. Denn leistungstechnisch hätte jeder der vier Innenverteidiger regelmäßige Einsatzzeit verdient, Seoane lässt jedoch bevorzugt mit Viererkette spielen. Möglich, dass der 42-Jährige in Zukunft vermehrt auf eine Dreierkette setzen oder die Rotationsmaschine anschmeißen könnte. Hincapié würde es sicher freuen.

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